Zum Erfolg von Werner Kuss
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg bedeutet für mich, Visionen in Ziele umzuformulieren und zu erreichen.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ich sehe mich durchaus als erfolgreich, weil ich es in einer Familie mit sieben Geschwistern aus eigener Kraft schaffte, mir Bildung anzueignen und heute eine Schule mit 140 Mitarbeitern leite.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Die berühmte Formel für Erfolg eines berühmten Mannes lautet „95 Prozent Transpiration und fünf Prozent Inspiration“ – ich habe meine Ziele immer beharrlich verfolgt. Ein Quentchen Glück war dabei mit Sicherheit auch ausschlaggebend.
Ab wann empfanden Sie sich als erfolgreich?
Ich empfand mich schon sehr früh, und zwar sowohl im schulischen, als auch im außerschulischen Bereich, als erfolgreich. Das Gefühl des Erfolges begleitete mich, seit ich mich in einem Sozialisationsprozeß wiederfand: bereits in Kindergruppen lag mir immer viel daran, besondere Aufgaben und Führungspositionen zu übernehmen.
In welcher Situation haben Sie erfolgreich entschieden?
Retrospektiv betrachtet ist die Frage nach der einen überragenden Entscheidung schwierig zu beantworten, weil ich zu all meinen Entscheidungen stehe, von denen ich glaube, daß sie durchwegs in ihrer Gesamtheit richtig waren.
Ist Originalität oder Imitation besser um erfolgreich zu sein?
Originalität mag es wert sein, angestrebt zu werden, ist aber schwierig zu erreichen, weil vieles von dem man annimmt, es sei originell, von anderen bereits gemacht wurde. Ich denke, daß alles Gedachte und Getane zu einem gemeinsamen Bewußtsein gehört; vieles, was wir in unserem Leben tun, ist nicht unbedingt originell, sondern beruht zum Teil auf Erfahrung oder einer Theorie zufolge auf morphogenetischen Strukturen – also auf Gedanken, die andere zuvor gedacht haben.
Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat?
Meine Mutter hat mich durch die Art und Weise geprägt, wie sie auf Menschen zuging und sich verhielt.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
Ich erfahre Anerkennung durch positive Rückmeldungen, durch einen harmonischen Ablauf in der Schule.
Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst?
Es ist in unserer Branche sehr schwer, festgefahrene Persönlichkeiten zu ändern.
Wie werden Sie von Ihrem Umfeld gesehen?
Man kennt mich als denjenigen, den man in Wissensfragen ansprechen kann, weil er über enzyklopädisches Wissen verfügt und andererseits als Menschen, den man um Rat bitten kann.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Meine Mitarbeiter haben oberste Priorität, Erfolg ist ohne motivierte und loyale Mitarbeiter absolut unmöglich.
Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus?
Eine Schule hatte bis vor kurzem aufgrund der dienstrechtlichen Situation und des Beamtentums wenig Möglichkeiten, zukünftige Mitarbeiter selbst auszusuchen. Seit einigen Jahren kann ich Mitarbeiter selbst lukrieren, dabei verlasse ich mich auf meine Fähigkeiten und Erfahrungen als Assessor und achte auf das Auftreten, die Argumentationsweise und die Persönlichkeit des jeweiligen Bewerbers.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Ich motiviere Mitarbeiter in erster Linie durch Anerkennung, durch Bestätigung dessen, was sie tun, durch das Gewähren von Freiräumen und die Pflege einer gewissen Fehlerkultur, die Fehler erlaubt – da sonst das gesamte System zu stringent wäre, um Erfolg überhaupt zuzulassen.
Wie werden Sie von Ihren Mitarbeitern gesehen?
Ich denke, daß meine Mitarbeiter mich als zuverlässig, korrekt und großzügig ansehen.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Zur Zeit überwiegt in meinem Leben (in Absprache mit meiner Familie) der Beruf, in den Ferien kommt meine Familie dafür wieder mehr zum Zug.
Wieviel Zeit verwenden Sie für Ihre Fortbildung?
Ich versuche, pro Jahr mindestens zwei Seminare im durchschnittlichen Ausmaß von einer Woche zu besuchen.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Ich rate den jungen Menschen, jene Generation anzuerkennen und zu würdigen, die vor ihnen etwas geleistet hat und zur Übernahme jener Werte, die gut und in Ordnung sind.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Mein Ziel ist es, diese Schule als führende Einrichtung in der Bildungslandschaft weiterzuleiten und an meinen Nachfolger zu übergeben.
Ihr Lebensmotto?
Vertrauen in Gott.