Zum Erfolg von Josef Puntus
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg bedeutet für mich, im Unternehmen etwas bewegen zu können, nicht nur eingefahrene Schienen beizubehalten, sondern kontinuierliche Richtungsänderungen zum Positiven bewirken zu können. Das Geschäftsfeldzu verbreitern und Entwicklungen zu fördern bezeichne ich als Erfolg.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ja, wenn ich Revue passieren lasse, was ich in den vergangenen acht Jahren bewirkt habe, würde ich dies als Erfolg sehen: Nach einer Umsatzverdoppelung ist Österreich innerhalb unseres Konzerns der fünftgrößte Absatzmarkt und bei Magnetventilen, die rund 40 Prozent des Umsatzes ausmachen, sogar die Nummer eins.Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg? Innovatives Denken, langfristiges Vorausplanen und meine ständige Suche nach neuen Ideen und Wegen sind wesentliche Faktoren meines Erfolgs.
Ab wann empfanden Sie sich als erfolgreich?
Bereits in meiner ersten Tätigkeit nach dem Studium konnte ich innerhalb einiger Monate den Umsatz verfünffachen, obwohl ich vom Schiffsbau keine Ahnung hatte. Dies erreichte ich durch intensiven Aufbau der Customer Relation, indem ich für Kunden bei jedem Projekt von der ersten Minute an Ansprechpartner bin und ihnen bei jedem Schritt helfe. Auf diese Art ist man bereits qualifiziert, ehe Mitbewerber überhaupt etwas von einem Projekt erfahren, ist einen entscheidenden Schritt voraus und kann helfen, Erfolge der Geschäftspartner mitzugestalten.
In welcher Situation haben Sie erfolgreich entschieden?
Bereits in meiner ersten Tätigkeit erkannte ich, wie wichtig es ist, Kunden nicht nur Standardprodukte, sondern umfassende Lösungen anzubieten. Die Entscheidung, Komplettpakete, die bereits Planungshilfe beinhalten, anzubieten, war richtig. Durch meinen intensiven Kundenkontakt, bei dem ich mir auch die Zeit nahm, mir Teilbereiche von Spezialisten zeigen und erklären zu lassen, konnte ich mir umfangreiches Spezialwissen aneignen. Man sollte sich nicht scheuen, die Branche zu wechseln und trotzdem sofort Verantwortung zu übernehmen.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
Innerhalb des Konzerns werde ich häufig zu Rate gezogen und präge die Strategie entscheidend mit. Das ist auch mit entsprechenden Benefits verbunden.Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst? Vielseitiges Personal zu finden ist sehr schwierig. Wir benötigen Mitarbeiter mit chemischem Fachwissen ebenso wie Maschinenbauer und Elektroniker. Leider sind die meisten Leute sehr einseitig orientiert und zeigen sehr geringe Lernbereitschaft. Hätte ich so gearbeitet, wäre ich gescheitert. Ich hatte auch keine Ahnung von Elektronik und bin heute bei Entwicklungen in der Meß- und Regetechnik maßgeblich beteiligt.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Als innovatives Unternehmen muß man sich auf innovative Mitarbeiter verlassen können, die auch selbst Verantwortung übernehmen, wenn man den Kunden umfassende Lösungen anbieten will. Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus? Nach vorhandenem Fachwissen, der Ausbildung und der Bereitschaft sowohl selbständig und innovativ zu arbeiten, als auch Verantwortung zu übernehmen.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Meine Mitarbeiter können ihre Arbeit selbst innerhalb großer Freiräume gestalten und werden leistungsbezogen entlohnt.
Wie ist Ihr hierarchischer Strukturkoeffizient?
Unsere 20 Mitarbeiter erwirtschaften 120 Millionen Schilling Umsatz. Es gibt zwei Führungsebenen, wir sind aber nicht hierarchisch gegliedert, sondern arbeiten prozeßorientiert und projektbezogen.Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens? Umfassende Problemlösungen sind unbestritten unsere größte Stärke.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Ich trenne diese beiden Bereiche strikt. Wochenenden verbringe ich mit meiner Familie.Wieviel Zeit verwenden Sie für Ihre Fortbildung? Für Weiterbildung (Seminare, Lesen) wende ich täglich ungefähr zwei Stunden und fallweise auch das Wochenende auf, wobei ich auf breite Ausbildungsbereiche von fachspezifischen Schulungen bis zu Sprachen Wert lege.Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben? Man sollte sich ein Unternehmen aussuchen, in dem man gestalterisch mitwirken kann. Es ist wichtiger, an dynamischen Prozessen mitzuarbeiten und einem Unternehmen eine neue Ausrichtung zu geben als auf hierarchische Strukturen zu sehen und schnell nach einem Direktorenposten zu trachten. Vorteilhaft ist eine kombinierte Ausbildung von Technik und Wirtschaft, zumindest aber Kenntnisse in mehreren Sparten. Ebenso wichtig ist es, sich ständig weiterzubilden und über Sprachkenntnisse zu verfügen.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Ich möchte in diesem Unternehmen noch vieles bewegen, damit der Name Bürkert ein Begriff wird. Das funktioniert nicht nur durch Werbung, sondern durch Arbeit mit dem Kunden, der sich hier gut aufgehoben fühlen muß.
Ihr Lebensmotto?
Mir ist wichtig, das Unternehmen mit Spaß und Freude mitzugestalten und dabei trotzdem noch genug Zeit zu finden, meine Gattin und die beiden Söhne in eine erfolgreiche, zufriedene Familie einbetten zu können.