Zum Erfolg von Siegfried Gaber
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Ich verstehe unter Erfolg das erreichen der Ziele, die ich mir gesetzt habe. Es bestätigt mich, wenn Produkte unseres Betriebes gut ankommen.
Wie begegnen Sie Herausforderungen des beruflichen Alltags?
Aufgrund der Auftragslage ist es derzeit erforderlich, auch an den Wochenenden im Betrieb zu sein, Dies stellt eine große Herausforderung dar. Streß im Beruf verarbeite zu Hause mit dem Führen meiner kleinen Landwirtschaft.
In welcher Situation haben Sie erfolgreich entschieden?
Die Entscheidung, mich von der Firma Ölz zu trennen und den Betrieb selbständig zu führen, war gut. Eine weitere erfolgreiche Entscheidung erwuchs aus einem anfänglich schlimmen Schicksalsschlag. Im März 2000 erlebten wir einen Großbrand in der Firma. Bereits einen Tag nach dem Unglücksfall entschied ich mich, nicht zu resignieren, sondern die Ärmel hochzukrempeln und noch einmal mit aller Kraft am Aufbau zu arbeiten. Diese Situation habe ich rückblickend gesehen bravourös gemeistert.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
Die größte Anerkennung ist für mich, wenn im Betrieb alles reibungslos läuft. Steigende Nachfrage und steigende Umsatzzahlen sind wesentlich und bedeuten für mich Anerkennung meiner beruflichen Leistung.
Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst?
Der Handel bezieht immer öfter Waren, speziell Ganzjahresgebäck, aus den sogenannten Billiglohnländern. Auch die Preisspanne im Handel wird immer größer. Generell zählt jedoch letztendlich die Qualität und darin sehe ich unsere Chance.
Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus?
Ich beschäftige Konditoren und Hilfsarbeiter. Für mich zählen Verläßlichkeit, Sauberkeit, Fleiß und Ehrlichkeit. Ein zusätzliches Kriterium stellt ein Test dar, den jeder Bewerber nach dem üblichen Bewerbungsgespräch absolvieren muß.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Ich führe wöchentlich mit den leitenden Angestellten ein Gespräch, in dem wir den derzeitigen Stand der Firma definieren und neue Ziele formulieren. Mit den restlichen Mitarbeitern wird dieses Gespräch einmal pro Monat geführt. Ich finde es wichtig, daß Mitarbeiter über die Situation des Unternehmens Bescheid wissen. Weiters haben wir das System einer Leistungsprovision eingeführt, das sich als Motivationsfaktor für die Belegschaft herausgestellt hat.
Wie werden Sie von Ihren Mitarbeitern gesehen?
Ich bin sicher ein strenger Chef, aber jeder einzelne meiner Mitarbeiter weiß, daß er mit allen die Arbeit betreffenden Angelegenheiten zu mir kommen kann. Da ich nahezu immer im Betrieb anwesend bin, nutzen meine Leute diese Möglichkeit auch. Ich denke, man sieht mich als strengen, aber zugänglichen Vorgesetzten.
Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens?
Unsere Devise lautet: Was wir selbst nicht essen würden, kommt nicht aus dem Haus, daher bieten wir Spitzenqualität auf höchstem Niveau. Von externen Institutionen regelmäßig durchgeführte Qualitätskontrollen bestätigen diese Tatsache.Wie verhalten Sie sich der Konkurrenz gegenüber? Unsere Mitbewerber sind Bäckereien und Konditoren. Wir haben den Vorteil, eine der wenigen Firmen zu sein, die Backwaren in großen Mengen produzieren können. Daher sind wir nicht gezwungen, mit kleineren Produktionsbetrieben in Konkurrenzkampf zu treten. Unsere Kunden sind Großhändler, die sich mit bestimmten Produktwünschen an uns wenden. Nur sehr wenige Betrieb sind in der Lage, die geforderten Mengen zu produzieren. Zusätzlich können wir diese zu einem angemessenen Preis anbieten.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Meine Frau ist ebenfalls im Betrieb beschäftigt, daher können wir diese beiden Bereiche gut vereinbaren. Im Betrieb haben wir nicht sehr viele Berührungspunkte, da meine Frau im Büro arbeitet und ich eher vor Ort in der Produktionshalle tätig bin. Vielleicht stellt es deswegen kein Problem für uns dar. Geschäftliche Angelegenheiten nehmen wir selten mit ins Privatleben.