Zum Erfolg von Clemens Gull
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg ergibt sich von selbst, wenn man in einem Bereich tätig ist, an dem man Freude und Spaß hat.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
In meinem Fachbereich, der Softwareprogrammierung, sehe ich mich als sehr erfolgreich. Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg? Mein Lebensprinzip lautet, Stärken zu verbessern und auszubauen, Schwächen jedoch zu ignorieren. Arbeite ich an meinen Schwächen, kann ich mittelmäßig werden, arbeite ich an meinen Stärken, kann ich der Beste sein. Es gibt genug andere, die dort reüssieren, wo meine Schwachpunkte liegen, sofern ich von der Kunst zu delegieren Gebrauch mache.
Wie begegnen Sie Herausforderungen des beruflichen Alltags?
Es gibt keine Probleme, nur Herausforderungen, ignoriert man sie, holen sie einen irgendwann ein.
Ab wann empfanden Sie sich als erfolgreich?
Mit dem ersten zufriedenen Kunden, etwa 1993. Mit diesem Erfolg fühlte ich mich zufrieden, Ruhe ist ein Kriterium für Erfolg. Ich empfinde und strahle Ruhe aus. Meine Kraft finde ich in der Familie und im Freundeskreis.
In welcher Situation haben Sie erfolgreich entschieden?
Bei Geschäftsanbahnungen sind Entscheidungen nicht immer erfolgreich, weil sie oft mit Problemen behaftet sind. Andererseits machen Probleme und ein gewisser Streß meine Entscheidungen erfolgreich. Unter Druck entscheide ich bewußter und erfolgreicher.Ist Originalität oder Imitation besser um erfolgreich zu sein? Alles ist Ursache und Wirkung. Wahre Originalität liegt im Finden eines neuen Weges, der sich aus einer vorhandenen Situation ergibt.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
Das ist vielfältig. Wenn die Kunden zufrieden sind oder wenn mich meine Mitarbeiter anerkennen, weil ich aufgrund meiner Lebenserfahrung Ratschläge geben kann und mein Wissen mit ihnen teile, fühle ich mich anerkannt.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Sie arbeiten für ihren eigenen Erfolg. Ich habe vier freie Partner, die ihren Bereich jeweils in Eigenverantwortung erfüllen.Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus? Sie müssen nicht teamfähig sein, aber meinen Arbeitsstil und Leistungswillen teilen und begreifen, daß dieses Unternehmen eine Zweckgemeinschaft und nicht als Sponsoring gedacht ist.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Ich motiviere meine Partner durch erfolgversprechende Projekte, an denen sie mitarbeiten und indem ich sie mit Fachwissen unterstütze, damit sie ihrerseits zu Erfolg kommen können.
Wie werden Sie von Ihren Mitarbeitern gesehen?
Ich gelte als Einzelgänger, als nicht teamfähig und als streng konservativ. Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens? Wir finden Lösungen, wo andere aufhören, danach zu suchen. Unsere Stärke liegt darin, selbst unter unmöglichen technischen Voraussetzungen, Sach- oder Finanzzwängen ein Produkt zu kreieren, das die Bedürfnisse der Kunden erfüllt.Wie verhalten Sie sich der Konkurrenz gegenüber? Ich habe keine Konkurrenz, nur Partner, ich arbeite mit sehr vielen Unternehmen zusammen, die in manchen Bereichen mehr, in manchen gleich viel und in anderen deutlich weniger können. Natürlich herrscht ein gewisser Wettbewerb: Der Kunde trifft seine Entscheidung letztlich basierend auf einer Mischung aus Sympathie und der Überzeugung, eine qualitativ hochwertige Lösung zu erhalten.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Das ist schwierig. Ich versuche in der stillen Zeit, wenn ich im Beruf nicht so viel zu tun habe, für meine Familie da zu sein; in Zeiten, in denen ich an einem wichtigen Projekt arbeite, brauche ich aber ihre Unterstützung und Akzeptanz.Wieviel Zeit verwenden Sie für Ihre Fortbildung? Ich verwende pro Woche etwa zehn bis 20 Stunden für meine Fortbildung. Mein Studium dauert offiziell noch neun Semester, ich werde aber etwa 16 Semester brauchen, da ich es als zusätzlichen Wissenserwerb und nicht als Lebenszweck betrachte. Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben? Was andere denken, ist nicht wichtig. Man soll sich nicht fremdbestimmen oder über andere definieren lassen. Es ist egal, welches Auto der Nachbar besitzt; wesentlich ist, seine eigenen Werte zu finden sich darüber zu definieren.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Ich betrachte Zufriedenheit als Lebensaufgabe. Mein Ziel ist es, so viele finanzielle Mittel zu haben, um meiner Familie eine normales Leben und meinen Kindern eine normale Ausbildung bieten zu können und mich an den kleinen Dingen des Lebens zu freuen - die beispielsweise darin liegen, eine Stunde mit meinen Kindern spielen zu können oder eine Stunde für mich persönlich zur Verfügung zu haben.
Ihr Lebensmotto?
Wenn ich in einer Stunde sterbe, will ich diese genutzt und nicht sinnlos vergeudet haben. Ich streite nicht, Streit ist vertane Zeit, denn streite ich eine Stunde, habe ich eine Stunde sinnlos verloren.