Zum Erfolg von Ingrid Gerencser
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Wenn ich Ideen umsetzen kann, die fruchten, fühle ich mich - unabhängig vom finanziellen Erfolg - zufrieden.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Wir haben zwar einige Zeit gebraucht, unserem nach außen erfolgreichen Bild das innere Gefühl von Erfolg folgen zu lassen, empfinden uns heute jedoch als erfolgreich in unserer Arbeit und fühlen uns darin bestätigt.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Am Anfang stand unser ständiger Kampf um das Überleben. Dieser ließ uns sehr hart arbeiten. Ein großer Vorteil war es, zu zweit zu sein, weil wir uns gegenseitig motivieren konnten. Die ständig neue Herausforderung, mit der wir uns zu Beginn unserer Arbeit konfrontierten, schuf den notwendigen Ehrgeiz, um heute erfolgreich sein zu können.
Ist es für Sie als Frau in der Wirtschaft schwieriger, erfolgreich zu sein?
Ich bin überzeugt davon, daß es für Frauen schwieriger ist, sich durchzusetzen. Es ist nach wie vor nicht selbstverständlich, daß man als Frau beruflich ernst genommen wird. Dies wird leider von der Männerwelt ausgenützt. Unser Nachteil ist es, eine größere Verantwortung im familiären Bereich zu tragen, die uns beruflich oft im Weg steht.
Ab wann empfanden Sie sich als erfolgreich?
Vor genau acht Jahren, als wir unser neues Büro bezogen, fühlten wir uns zum ersten Mal wirklich in unserer Arbeit bestätigt.
In welcher Situation haben Sie erfolgreich entschieden?
Der Kauf unseres heutigen Büros war sicherlich ein wichtiger Entschluß. Die meisten Erfolge ergaben sich jedoch durch akribische Kleinarbeit.
Ist Originalität oder Imitation besser um erfolgreich zu sein?
Etwas zu imitieren finde ich grundsätzlich nicht gut. Wenn man seiner Person treu bleibt, wird man damit automatisch erfolgreich.
Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat?
Mein Partner Franz Pammer, den ich nun seit 19 Jahren kenne, prägte mich ganz besonders. Wir gaben uns immer den nötigen Rückhalt, was insbesondere in schwierigen Zeiten eine enorme Hilfe war.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
Ein schönes Lob für Veranstaltungen, das wir kürzlich per Email bekamen, lautete, daß sich durch unser Engagement eine Party zu einem Event entwickelt hätte.
Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst?
Das Urheberrechtsproblem ist nach wie vor unser größtes. Es gilt noch immer als Kavaliersdelikt, Bilder unentgeltlich zu verwenden, ohne die Quelle zu nennen. Die Gesetzeslage ist dergestalt, daß ich erst, wenn wir bereits geschädigt wurden, vor Gericht gehen kann, damit stellt sich aber Negativwerbung ein. Aus diesem Grund bin ich auch in der Fotographeninnung tätig.
Wie werden Sie von Ihrem Umfeld gesehen?
Ich werde als erfolgreiche Geschäftsfrau gesehen.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Natürlich könnten wir ohne unsere Mitarbeiter unsere Arbeit nie durchführen. Deshalb sind wir im selben Maß auf unsere Mitarbeiter angewiesen, wie diese darauf, daß wir ihnen Arbeit zur Verfügung stellen können.
Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus?
Wir legen natürlich Wert auf hohe Qualifikation. Darüber hinaus ist es uns enorm wichtig, daß der Betreffende bereit ist, einige Nachteile in Kauf zu nehmen. Veranstaltungen finden großteils an Wochenenden statt. Dieses Problem kristallisiert sich oft schon nach kurzer Zeit für viele als nicht zu bewältigend heraus.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Ich versuche auf die jeweiligen persönlichen Bedürfnisse meiner Kollegen einzugehen und individuelle Hilfestellungen anzubieten. Eine alleinerziehende Mutter braucht andere Freiräume als ein junger, ehrgeiziger Mensch, dem man durch Förderung der Weiterbildung oder einer interessanten Tätigkeit im Ausland behilflich sein kann.
Wie werden Sie von Ihren Mitarbeitern gesehen?
Ich glaube, daß ich als „eiserner Besen“ unserer Firma gesehen werde.
Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens?
Wir sind sehr flexibel und zuverlässig und versuchen stets größtmögliche Qualität zu gewährleisten. Wir stellen hohe Ansprüche an uns selbst.Wie verhalten Sie sich der Konkurrenz gegenüber? Ich halte nichts davon, Mitbewerber zu bewerten. Jeder lebt von seiner Kompetenz.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Früher war Privatleben ein nicht so wichtiger Luxus für mich. Wenn ich Urlaub machte, verband ich ihn oft mit Arbeit, die ich parallel dazu tätigen konnte. Heute habe ich eine kleine Tochter und versuche einige Arbeiten von zu Hause aus zu erledigen. Ich arbeite oft nachts.
Wieviel Zeit verwenden Sie für Ihre Fortbildung?
Ich denke, daß es für mich jeden Tag notwendig ist, mich zu informieren. Ich besuchte zwar früher einige Seminare und Kurse, kam aber immer mehr zum Schluß, daß positive Veränderungen meines Lebens und des Betriebes nicht über punktuelles Wissen zu bewerkstelligen sind, sondern durch hartnäckige, stetige Arbeit.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Man sollte niemandem etwas aufzudrängen versuchen, sondern jeden seinen eigenen Weg gehen lassen. Wenn Kinder klein sind, gib ihnen Wurzeln, wenn sie groß sind, gib ihnen Prügel in die Hand.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Ich bin gerade auf der Suche nach einer neuen Wohnsituation. Betriebsintern möchte ich für die nächsten Jahre eine weitere Ebene einbauen, die uns durch Filterwirkung nicht alles, was zu uns hereinkommt, auf den Tisch kommen läßt.