Zum Erfolg von Matthias Konrad
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg bedeutet für mich, meine Ideen umzusetzen; die Wirtschaft zu stärken, die Stadt attraktiver zu machen, die Lebensqualität zu heben und unser Problem, die Abwanderung, noch besser in den Griff zu bekommen.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ich fühle mich erfolgreich, weil ich in meiner Funktion als Bürgermeister viele Änderungen und Verbesserungen für die Stadt Leoben herbeiführen konnte. Als ich mein Amt 1994 antrat, war die gesamte Industrie in der Obersteiermark noch kräftig unter Druck und die Region hatte mit wirtschaftlichen Sorgen zu kämpfen (ich denke dabei an die Konsumpleite, von der zahlreiche Zulieferbetriebe betroffen waren; die Leiterplattenfabrik überlegte, nach Bochum zu übersiedeln, etc.). Bis zum heutigen Tag haben sich die Betriebe und das Gesicht der Stadt zum Positiven verändert, und als Bürgermeister konnte ich einen guten Teil zu diesen Verbesserungen beitragen. Auch der Tourismus erfuhr großen Aufschwung; Leoben liegt in einer wunderschönen Landschaft, eingebettet in Wiesen und Wald, unsere Industriebetriebe stören weder die Umwelt, noch das Auge und Leoben steht heute für Lebensqualität, Kultur, Wissenschaft und Flair. Zusammenfassend kann ich sagen, daß die Saat, die wir gesät haben, aufgegangen ist – daher sehe ich mich gemeinsam mit meinen Mitstreitern als erfolgreich.Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg? Ich habe immer meine Ideen verfolgt, konsequent gearbeitet und nicht zuletzt Mitarbeiter und Partner von meinen Visionen überzeugt und begeistert: Gemeinsam sind wir stark. Ein Tag, der vorbei ist, kommt nicht mehr; das war mir immer bewußt und daher habe ich meine Zeit so gut wie möglich genutzt. Als Bürgermeister war mir wichtig, die vorhandene Infrastruktur zu nutzen: ich bündelte die Budgets der verschiedenen Ressorts und diese Rechnung ging auf: all diese ursprünglich kleinen Flämmchen strahlen heute als Licht weit über die Stadtgrenzen hinaus. Letztlich ist auch Selbstdisziplin wichtig, um mit Gruppen umgehen zu können.
Ab wann empfanden Sie sich als erfolgreich?
Ich fühlte mich schon als Finanzstadtrat erfolgreich, weil ich gemeinsam mit meinen heutigen Vorgängern Weichen stellen und Akzente setzen konnte. Ich versuchte schon damals, fraktionsübergreifend zu arbeiten und meine Partner dazu zu motivieren, an einem Strang zu ziehen.Ist Originalität oder Imitation besser um erfolgreich zu sein? Ich bin der Meinung, daß man niemals erfolgreich sein kann, wenn man imitiert. Ich kann nicht leugnen, daß ich aus dem Bauernstand komme und setze meine Qualitäten, die mir gewissermaßen angeboren sind, bewußt ein. Da ich ursprünglich einen landwirtschaftlichen Beruf erlernte und erst danach Jus studierte, fällt es mir leicht, den „einfachen“ Bürger tatsächlich zu verstehen und auf seine Bedürfnisse einzugehen. Ich bin niemand, der in der Kommunikation auf einer Metaebene verweilt und somit keiner, von dem man sagt, er hätte viel gesprochen, aber nichts gesagt. Diese Originalität, die ich immer beibehalten habe, macht einen guten Teil meines Erfolges aus, weil ich als Mensch gelte, der mit beiden Beinen am Boden steht.Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat? Meine Eltern, die mir beigebracht haben Begonnenes auch fertig zu machen. Prägend war für mich die Tatsache, daß ich, obwohl ich nur die achtjährige Volksschule absolviert hatte, die Aufnahmeprüfung am akademischen Gymnasium schaffte und es in der Folge als einer von wenigen Maturanten meiner Klasse abschließen konnte. Hätte ich diese Ausbildung nicht geschafft, wäre ich heute mit großer Sicherheit als LKW-Fahrer tätig, da ich die Führerscheine bis zur Klasse E absolviert und diesen Beruf ins Auge gefaßt hatte. Nach Abschluß der Mittelschule kam ich in den Finanzdienst und begann nebenbei mit dem Studium der Rechtswissenschaften. Beim Militär lernte ich eine Einstellung, die mich ebenfalls sehr prägte: „Fünf Minuten vor der Zeit ist des Soldaten Pünktlichkeit“. Ich profitiere noch heute von meinem Bestreben, diese Pünktlichkeit immer einzuhalten.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
Ich erfahre Anerkennung seitens meiner Kollegen und der Bevölkerung, die nicht unglücklich darüber ist, daß ich im Amt des Bürgermeisters bin.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Die Mitarbeiter spielen insofern eine große Rolle, als sie meine und unsere Ideen und Visionen umsetzen müssen, damit wir gemeinsam erfolgreich sein können. Ohne Mitarbeiter wäre so gut wie jedes Projekt zum Scheitern verurteilt.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Ich muß meine Mitarbeiter davon überzeugen, daß die jeweiligen Projekte gut sind und funktionieren werden; das gelingt mir, weil ich sie für meine Sache begeistern kann. Grundsätzlich glaube ich, daß zur Motivation neben dem „Zuckerbrot“ sehr wohl die Peitsche eine gewisse Rolle spielt: viele Menschen - mitunter auch ich selbst - brauchen ein bestimmtes Maß an Druck, um gut zu arbeiten. Ich gewähre meinen Mitarbeitern ein hohes Maß an Eigenverantwortung; für mich zählt das Ergebnis. Wie jemand die Arbeit erledigt ist zweitrangig, wichtig ist das Endprodukt.Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens? Wir sind Dienstleister für die Bevölkerung und müssen hohe Qualität zu möglichst niedrigen Kosten anbieten. Das Preis-Leistungsverhältnis muß passen. Ich denke, daß uns diese Einstellung zu einem guten Ansprechpartner macht.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Trotz meiner hohen beruflichen Belastung gelingt es mir, Beruf und Privatleben zu vereinbaren. Grundsätzlich achte ich auf meine Gesundheit und betreibe zum Ausgleich viel Sport.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Eines unserer nächsten Ziele besteht darin, den Handel in Leoben kräftig anzukurbeln. Da die Justizanstalt in ein neues Gebäude übersiedelt, wird eine große Fläche für ein Einkaufszentrum am Hauptplatz frei. Ich denke, daß wir uns mit einem Einkaufszentrum mitten in der Innenstadt stark von anderen Einkaufszentren unterscheiden, die auf der grünen Wiese entstehen.