Zum Erfolg von Arnold Lassnig
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Die Ausgewogenheit zwischen beruflichem und familiärem Erfolg ist langfristig sehr wichtig. Zum Erfolg gehört auch, daß man sich seine Authentizität bewahrt. Den Erfolg nur in der Anerkennung durch andere zu sehen, würde zur Manipulierbarkeit führen, daher ist es auch notwendig, den Erfolg an den Resultaten zu messen. Erfolg ist immer das Erreichen eines Zieles gemeinsam mit dem Team. Meine Aufgabe ist die Vermittlung zwischen Vision, Strategie und Verkaufen von Ideen.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ich bin mit dem Erreichten zufrieden, aber es gibt noch vieles, das ich erreichen möchte. Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg? Ich glaube, daß meine umfassende Sprachausbildung in Englisch, Französisch, Spanisch und Italienisch sehr viel zu meiner beruflichen Entwicklung beigetragen hat. Sehr hilfreich ist auch meine Fähigkeit, zwischen der Traditional Old und der New Economy zu vermitteln. Gegenüber meinen Kollegen habe ich auch die Fähigkeit, Visionen in konkreten strategischen Maßnahmen umsetzen zu können. Mein Prinzip ist es, mich weder mit rein operativen Weiterentwicklungen, noch mit visionären Seifenblasen zufriedenzugeben, sondern beides zu verbinden. Ich halte es auch für wichtig, daß ich gemeinsam mit meinem Mentor die Fähigkeit entwickelt habe, meine Entwicklung selbstkritisch zu betrachten und gegebenenfalls korrigierend einzugreifen.
Wie begegnen Sie Herausforderungen des beruflichen Alltags?
Je nach Problem gibt es verschiedene Lösungszugänge. Im operativen Bereich geht es darum, ein Problem im Kontext und im großen Zusammenhang mit dem Firmenziel zu betrachten. Dann kann sich herausstellen, daß es das Beste ist, das Problem zu umgehen. Durch systematisches und analytisches Vorgehen erreicht man sehr viel, es gibt aber auch Probleme, die mit der Ratio allein nicht lösbar sind, dann zählen vor allem emotionale Intelligenz und Empathie. Liegen die Fakten einmal vor, sollte rasch entschieden werden.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Ich versuche meinen Mitarbeitern dieselben Chancen für ihren beruflichen Erfolg zu bieten, die mir geboten wurden, so erreiche ich langfristige Zufriedenheit der Mitarbeiter und ihre Bindung an das Unternehmen. Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens? Die Kundennähe und die Diversifizierung unserer Vertriebsorganisation in verschiedene Felder beziehungsweise Kanäle zeichnen unser Unternehmen aus. Durch diese Art von Risikoverteilung nehmen wir am Auf und Ab des Marktes nie im gleichen Ausmaß teil. Wir nehmen unsere Großhandelsfunktion in einem Zustellgroßhandel und in einem Abholgroßhandel wahr und stellen in 16 Bädercentern den Installateuren eine Verkaufs- und Präsentationsplattform für ihre Kunden zur Verfügung. Wir unterstützen den Verein Aquapoint, für den wir der primäre Lieferant sind und unterstützten ihn anfangs durch Finanzierung und in der Folge im Marketing und natürlich logistisch. Daneben gibt es unsere Hausmarke für Sanitärprodukte Comfort und den Comfortclub für besonders loyale Kunden, die wir mit Informationsvorsprung und Schulungen honorieren.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Ich trenne die beiden Bereiche, was sich schon dadurch ergibt, daß ich wöchentlich nach Mondsee pendle, wo ich wohne. Ich widme mich wochenends meiner Familie, dafür kann ich mich von Montag bis Freitag 100-prozentig auf meine Arbeit konzentrieren. Wenn das Privatleben gut funktioniert, fällt die Arbeit relativ leicht, und umgekehrt ist der berufliche Erfolg eine Bereicherung für Partnerschaft und Familie.Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben? Ein junger Mensch, der erfolgreich werden möchte, soll auf seine innere Stimme horchen. Er soll sich nicht am Markt ausschließlich orientieren, sondern nach seinen Fähigkeiten und Neigungen richten. Eine gute Ausbildung ist die Basis für Erfolg, sollte möglichst viele Optionen freihalten und die Fähigkeit zu kommunizieren steigern. Eine vielseitige, fächerübergreifende Ausbildung, zum Beispiel eine Kombination von Technik und Wirtschaft, schafft eine breitere Wissensbasis. Ein Fehler, den man vermeiden soll, besteht darin, zu früh einen Karriereplan festzulegen. Hat man einmal seine Neigungen erkannt, so muß man seinen Entschluß konsequent und hartnäckig umsetzen. Von großer Bedeutung ist immer die Bereitschaft, mehr zu geben als der Durchschnitt.