Zum Erfolg von Oskar Seidler
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Persönlicher Erfolg bedeutet für mich, eine Position im Wirtschaftsleben zu erreichen, die mir eine gewisse Selbständigkeit und Eigenständigkeit sichert und mir einen Entscheidungsfreiraum läßt, innerhalb dessen ich etwas bewegen kann.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Im kleinen, mittelständisch strukturierten Bundesland Kärnten gibt es nicht allzu viele interessante Stellen im Bereich Forschung und wenn man, wie ich, in diesem Land eine der wenigen hohen Positionen inne hat, kann man zufrieden sein. Mit dem bisher Erreichten fühle ich mich erfolgreich, ich halte mir aber meine berufliche Zukunft im Hinblick auf neue Herausforderungen offen.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Erfolg, so glaube ich, ist immer die Summe vieler Faktoren und Komponenten. Er beginnt mit dem Elternhaus, setzt sich mit erfolgreichen Schul- und Studienabschlüssen und in der richtigen Berufswahl fort. Im Beruf ist ausschlaggebend, von den vielen Entscheidungen in der Mehrzahl die Richtigen zu treffen.
Ab wann empfanden Sie sich als erfolgreich?
Erfolgreich fühlte ich mich ab jenem Zeitpunkt, als ich direkt nach dem Studium eine leitende Position in einer Flugzeugfirma übernahm. Eine gute Ausbildung und eine gute Diplomarbeit führen direkt zu solchen Positionen, dachte ich damals. Das hat sich aber mit den Jahren relativiert und ich habe festgestellt, daß andere Kriterien maßgeblich sind, um erfolgreich zu sein.
Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat?
Es gibt immer Personen, die eine gewisse Vorbildfunktion einnahmen. Eine Person besonders hervorzuheben, ist mir im Moment nicht möglich.
Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst?
Ein Problem ist die Relation zwischen privatem und wirtschaftlichem Agieren und dem politischen Kalkül. Hier herrschen die unterschiedlichsten Interessenskonflikte. Wir betrachten uns als Entwicklungsagentur ohne politischen Einfluß, die langfristige Zielsetzungen verfolgt. Die Politik hingegen setzt ihre wirtschaftliche Ziele nicht über eine Legislaturperiode hinaus, das heißt, für viele Projekte zu kurzfristig. Damit wir längerfristige Ziele erreichen und bei den Politikern durchsetzen können, müssen wir oft zeitaufwendige Umwege suchen und Kompromisse eingehen, auch um Konfliktsituationen zu vermeiden. Wir sind daher in manchen Fällen Diplomaten.
Wie werden Sie von Ihrem Umfeld gesehen?
Da es gelungen ist, in der Zeit meiner Geschäftsführung eine unabhängige Agentur zu bleiben, glaube ich, daß man mir Sachorientierung zubilligt.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Die Mitarbeiter spielen eine sehr große und entscheidende Rolle, deshalb binde ich sie im Unternehmen in Sachentscheidungen ein und lasse sie auch am Erfolg teilhaben.
Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus?
Ich wähle Mitarbeiter nach ihrer Qualifikation für jenen Bereich, den sie bearbeiten sollen, und ihrer Teamfähigkeit aus. Zeugnisse spielen eine untergeordnete Rolle, wobei natürlich ein gutes Zeugnis gegenüber einem schlechten schon ein Argument ist.Welche sind die Stärken Ihres Unternehmen? Wir haben fünf Geschäftsfelder und sind in allen stark. Durch die qualifizierten Mitarbeiter erreichten wir einen hohen Grad an Akzeptanz unserer Kunden.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Eine gute Schulausbildung, Fremdsprachenkenntnisse und Auslandsaufenthalte sind wichtig. Aufgrund meiner eigenen Erfahrung rate ich darüber hinaus, sich auch während der Berufszeit ständig weiterzubilden.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Mein Ziel ist es, in einem größeren Unternehmen Geschäftsführer oder Vorstand zu werden und dabei ist es nicht auszuschließen, daß es das eigene Unternehmen ist.
Ihr Lebensmotto?
Dinge konsequent zu Ende bringen.