Zum Erfolg von August Wagner
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg macht das Leben schöner. Ich bin ein positiv denkender Mensch und wenn mir etwas gelingt, habe ich Erfolg.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Das kann ich ohne Eitelkeit bejahen, denn es sind die anderen, die mir meinen Erfolg bestätigen. Ich gebäre Ideen und kann sie auch verwirklichen.Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg? Wichtig waren meine Erziehung und eine bestimmte Art, mit Menschen umzugehen, die mir in die Wiege gelegt wurde. Dazu kommt, daß ich als Schilehrer Erfahrungen mit Menschen aus aller Welt gesammelt habe.
Ab wann empfanden Sie sich als erfolgreich?
Schon ein gutes Verhandlungsergebnis ist ein Erfolg. Hervorheben möchte ich meinen Wahlerfolg 1995, bei dem ich den Tränen nahe war. Es sind immer die anderen, die den eigenen Erfolg bestimmen.
In welcher Situation haben Sie erfolgreich entschieden?
Erfolg hatte ich zum Beispiel in der Auswahl meiner Mitstreiter im Gemeinderat. Ich meine, daß der größte Erfolg die vielen kleinen, alltäglichen Entscheidungen im großen Schiff der Gemeinde sind.Ist Originalität oder Imitation besser um erfolgreich zu sein? Originalität ist wichtiger.Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat? Mein Vorgänger bei den Stadtwerken hat mich oft herausgefordert, war oft auch ungerecht, aber wir haben uns trotzdem gut verstanden. Im übrigen sind es meine Eltern, vor allem die Gespräche mit meiner Mutter, die mich prägten.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
Die größte Anerkennung ist für mich, wenn mich die Leute mit meinem Vornamen ansprechen. Aber ich habe einmal auch große Anerkennung von einem Landesrat einer anderen politischen Partei erhalten.Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst? Zuviel Strategie und Taktieren in der Politik führt zum Hinauszögern von Lösungen. Es gibt zu wenig offene Worte und zu wenig Bauchentscheidungen.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Für die Bürger ist wichtig, daß die Mitarbeiter freundlich sind, auch wenn es ihnen manchmal selbst nicht gut geht. Die Mitarbeiter müssen hinter mir stehen, sonst habe ich keine Chance, erfolgreich zu sein. Sie dürfen sich nicht hintergangen fühlen, wenn es Probleme gibt, muß ich es deutlich sagen, aber wenn es ausgesprochen ist, bin ich wieder freundlich.Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus? Man kann es nicht immer jedem recht machen, aber meine Kriterien sind die geographische und die demographische Ausgewogenheit, also eine gelungene Mischung von Mitarbeitern aus jedem Grätzl, jeder Bevölkerungsschicht und jeder Altersgruppe.
Wie ist Ihr hierarchischer Strukturkoeffizient?
Die Hierarchie soll dem Bürger entgegenkommen, und daraus ergeben sich bei uns vier Ebenen.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Mein Privatleben hat gelitten, und ich bin froh, daß meine Kinder jetzt schon erwachsen sind. Mir war das vorher nicht klar, aber mit 19 Mandaten konnte ich nicht einfach aufhören. Für meine Hobbys, Bergsteigen und Schifahren, habe ich bei zwölf und mehr Stunden Arbeit pro Tag leider fast überhaupt keine Zeit mehr. Ich versuche, die beiden Bereiche zu koordinieren, muß aber auch Opfer bringen, denn jeder hat ein Recht darauf, den Bürgermeister persönlich zu sprechen.Wieviel Zeit verwenden Sie für Ihre Fortbildung? Mein Beruf zwingt mich zur Fortbildung, aber ich suche mir die Themen genau aus und komme somit auf ca. fünf Veranstaltungen im Jahr.Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben? Ich habe keinen Rat an die Jugend - jeder hat seinen Stil und braucht sein eigenes Hirnschmalz. Jeder ist anders und ich habe selbst niemanden um Rat gefragt, als ich jung war. Ich würde jedem Politiker vorsichtig empfehlen, sich mit einem gewissen Alter, also dem Pensionsalter, zurückzuziehen und rechtzeitig an einen Nachfolger zu denken. Ich wünsche mir, daß die Kinder mich hin und wieder um Rat in konkreten Angelegenheiten fragen, aber von mir aus erteile ich keinen Rat.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Ich möchte, daß es mir weiterhin so gut geht wie bisher. Wenn mir die Arbeit einmal keinen Spaß mehr macht, höre ich auf. Ich wünsche mir noch ein paar Bergtouren; mein Traumziel ist ein Achttausender. Bei den Stadtwerken und in der Politik möchte ich einen Nachfolger finden, der gut für Trofaiach ist.