Zum Erfolg von Helmut Ratzenhofer
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Als ich die Firma gründete, erstellte ich einen Businessplan, der sehr ehrgeizig war, den wir aber bereits im zweiten Jahr unseres Bestehens erfüllen konnten. Das sehe ich als Erfolg.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ja, einerseits weil mich die Kunden kennen und eine gute Meinung von mir haben, und auf der anderen Seite waren wir in vielen Projekten erfolgreich tätig. Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg? Ich konnte mir schon im vorigen Betrieb sehr viel Erfahrung aneignen, die ich jetzt anwenden kann. Durch meine langjährige Tätigkeit in dieser Branche kenne ich sehr viele Leute und auch die Marktgegebenheiten. Ich verkaufte beispielsweise Stromzähler von Hongkong bis Chile, wodurch ich in Erfahrung brachte, was die Märkte brauchen, und wo die Schwerpunkte und Unterschiede in den verschiedenen Ländern liegen.
Wie begegnen Sie Herausforderungen des beruflichen Alltags?
Ich bin mit sehr viel persönlichem Engagement bei der Sache. Wenn es ein neues Projekt gibt, bin ich über die Details informiert, auch wenn es meine Mitarbeiter ausführen müssen. Dieser persönliche Einsatz in Projekten, wie auch der persönliche Kontakt mit den Kunden, machen meinen Erfolg aus. Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat? Bei meinem Beginn in der Danubia hatte ich einen Mentor. Der ehemalige Vertriebschef war sehr beeinflussend für meinen weiteren Werdegang, denn er holte mich aus der reinen technischen Ecke heraus, nahm mich mit zu den Kunden und lebte mir vor, wie man im Geschäftsleben agieren sollte.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Wichtig ist, daß ich mich auf meine Mitarbeiter verlassen kann. Wenn ich einen Mitarbeiter eine Aufgabe übergebe, erwarte ich, daß er einen Lösungsweg findet, mit mir Rücksprache hält und diesen auch umsetzt. Ich hatte auch Glück mit meinen Mitarbeitern: weil sich nämlich die Danubia sehr stark verkleinerte, konnte ich die Mitarbeiter von dort übernehmen. Dadurch habe ich den Vorteil, Mitarbeiter aus der Branche zu beschäftigen, die alle wissen, was das Kerngeschäft bedeutet, wodurch sie sinnvoll agieren können. Sie haben vielleicht nicht die Fachausbildung, die sie brauchen würden, aber den Überblick über das, was die Kunden wollen. Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens? Wir sind am sehr losen Zügel der deutschen Muttergesellschaft, haben unsere eigenen Märkte und vertreiben hauptsächlich Produkte der Mutter, wobei wir diese nicht nur einfach verkaufen, sondern meistens in Projekten installieren, in Betrieb nehmen und dann den Kunden in der ersten Zeit des Betriebes begleiten. Wir stellen relativ schnell große Projekte auf die Beine, wo große Unternehmungen aufgrund der Masseträgheit nicht mitkommen. Außerdem sind wir relativ anpassungsfähig und haben, obwohl wir so klein sind, Einfluß auf Spezifikationen der Geräte unserer Muttergesellschaft, wodurch wir auch Spezialgeräte liefern können.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Es gab Zeiten, da war die Vereinbarung dieser Bereiche sehr schwierig, aber das hat sich im Rahmen meiner Selbständigkeit sehr gebessert. Wir wohnen im selben Haus, in dem sich auch das Büro befindet, dadurch ist das Familienleben zurückgekommen. Ich bin zwar genauso oft im Büro wie früher, aber meine Familie kann zu mir kommen und anfallende Probleme mit mir besprechen. Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben? Jemand, der handwerklich geschickt ist, soll tatsächlich etwas Praktisches lernen, denn wir haben zu wenig gute, praktische Leute. Alle anderen, die darüber hinaus etwas erreichen wollen, sollen Sprachen lernen und üben, denn wenn ich über die Grenze schaue und mit dem Nachbarn reden will, muß ich seine Sprache einigermaßen flüssig beherrschen.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Kurzfristig habe ich das Ziel, das Unternehmen auf eine solide Basis zu stellen, es nicht zu groß werden lassen, aber groß genug, um auch den kommenden Markt im Osten bearbeiten zu können.
Ihr Lebensmotto?
Ich will es mir gut gehen lassen, ich genieße alles Schöne, aber die Arbeit ist mir wichtig, denn ohne Arbeit wäre mir langweilig.