Zum Erfolg von Walter Häuslmayer
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg bedeutet für mich Glück, Harmonie und Gesundheit. Erfolg erreiche ich ebenso mit guten Verlagsumsätzen, die noch wichtiger sind als die Steigerung von Anzeigen. Außerdem bin ich glücklich, in meiner Branche tätig zu sein.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ich sehe mich als erfolgreich, unter anderem, weil ich eigentlich nicht mehr arbeiten müßte. Der BAZAR konnte seit meiner noch kurzen Tätigkeit in einer rückläufigen Branche eine starke Umsatzsteigerung erzielen, beispielsweise durch neue Themenbeilagen.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Ausschlag gebend war, daß ich ein hundertprozentiger Optimist bin und an das Gute im Menschen glaube, sowie mein Ehrgeiz.
Wie begegnen Sie Herausforderungen des beruflichen Alltags?
Durch Erledigen der Aufgaben. Ich kenne keine Streßmomente.
Ab wann empfanden Sie sich als erfolgreich?
Ich hatte es mit 35 Jahren geschafft und bin finanziell unabhängig.
Ist Originalität oder Imitation besser, um erfolgreich zu sein?
Man sollte das Rad nicht neu erfinden, sondern bestehende Dinge mit individueller Originalität würzen und für den eigenen Gebrauch verwenden.
Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat?
Ich habe vom Zeitungsverleger von Täglich Alles und der Ganzen Woche, Herrn Falk, viel gelernt. Der persönliche Kontakt mit Herrn Falk war aber teilweise schwierig.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
Zum Beispiel erfuhr ich Anerkennung durch Herrn Falk, auch noch nach meinem Ausscheiden. Ich wurde auch oft ohne mein Zutun in Positionen geholt, ich habe nie über meine Zukunft nachdenken müssen.
Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst?
Das Problem in der Zeitschriftenbranche ist die Großgroßistenlandschaft, die sich immer mehr verdünnt. Dadurch kann zu viel Macht, zum Beispiel auf Druckereien, ausgeübt werden.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Mitarbeiter spielen eine gleich wichtige Rolle beim Erfolg wie der Geschäftsführer, Ideen kann dieser nicht alleine umsetzen.
Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus?
Ich setze bei künftigen Mitarbeitern ein Grundverständnis für ein gedrucktes, schnell vergängliches Produkt voraus. Von Vorteil ist, wenn der Bewerber aus der Branche kommt, das ist aber keine Voraussetzung. Zeugnisse interessieren mich überhaupt nicht, es kommt darauf an, was Bewerber aus sich gemacht haben und nicht, was vor 20 Jahren geschehen ist. Ich beurteile nur das persönliche Gespräch.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Ich motiviere Mitarbeiter durch persönliche Gespräche und durch öffentliches Lob oder, falls nötig, durch Kritik unter vier Augen. Ich würde mir Gegenteiliges auch nicht gefallen lassen, jeder kehre vor seiner eigenen Tür.
Wie werden Sie von Ihren Mitarbeitern gesehen?
Ich bin ein atypischer Chef, mit mir kann man über alles reden oder diskutieren.
Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens?
Unsere Stärke ist, daß wir den Online-Betrieb kostenpflichtig gemacht haben und als einziger Verlag - oder zumindest als einer von wenigen Verlagen - mit dem Internet Geld verdienen. Wir balancieren mit beiden Medien, sowohl mit Print als auch dem Internet, aber das Internet gewinnt an Anteil.Wie verhalten Sie sich der Konkurrenz gegenüber? Es gibt zwar die Fundgrube und in der Steiermark die Goldgrube, diese haben aber wenig Bedeutung.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Ich kann Beruf und Privates absolut trennen.
Wieviel Zeit verwenden Sie für Ihre Fortbildung?
Ich besuche keine Seminare mehr. Fortbildung heißt auch, Augen und Ohren offen zu halten, daher bilde ich mich 24 Stunden am Tag fort.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Für die kaufmännische Aufgabe des Verlags würde ich raten, am besten nicht zu studieren, sondern möglichst viele Verlagspositionen zu durchlaufen. Außerdem soll man sich nie vom Establishment unterkriegen lassen, allerdings unter Beachtung eines Sicherheitsnetzes. Man soll Dinge machen und probieren.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Ich möchte das Sinken der Auflage beenden. Wir haben bereits eine Steigerung erzielt, da wir einzelne Themen redaktionell aufgreifen.
Ihr Lebensmotto?
Nicht unterkriegen lassen.