Zum Erfolg von Elfriede Hasenleithner
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg zu haben bedeutet für mich persönlich, ein Leben führen zu können, das meinen Vorstellungen entspricht, und dazu sowohl die finanziellen als auch die familiären Bedingungen zu haben. Erfolgreich zu sein hat für mich nichts mit Statussymbolen zu tun, die nach außen gerichtet sind, sondern drückt sich in innerer Zufriedenheit aus. Ich möchte meinen Kindern ein gutes Leben bieten und ihnen einen positiven Start in die Zukunft ermöglichen.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Gemessen an meinen eigenen Ansprüchen, was den Erfolg anbelangt, denke ich genau auf dem richtigen Weg zu sein. Ich bin in der glücklichen Lage, selbst entscheiden zu können, wie ich mein Leben in Zukunft gestalten will und nicht von äußeren Zwängen abhängig.Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg? Ich hatte stets Freude an der Arbeit, weiß, was ich will und was wichtig für mich ist, und verstehe es, meine Ideen auch in die Tat umzusetzen. Ich bin der Chef im Betrieb, mit der Betonung auf der, da es gerade in meiner Branche nicht leicht ist, sich als Frau Respekt zu verschaffen. Meine Ausdauer ist sicher zu 40 Prozent mitverantwortlich für meinen Erfolg, denn was nützt einem eine gute Idee, wenn man nicht die Beständigkeit hat, sie beharrlich zu verfolgen, bis sie wirklich erfolgreich wird. Ich bin konsequent, und wenn es sein muß, habe ich auch die entsprechende Härte. Ich lasse mich nicht leicht in die Knie zwingen. Ohne diese Eigenschaft wäre ich nicht da, wo ich heute bin, da ich auf meinem Weg schon einige sehr schmerzhafte Schicksalsschläge hinnehmen mußte. Ich bin jedoch der Meinung, daß Jammern einen nicht weiterbringt, man muß jede Situation annehmen und nach vorne schauen.
Wie begegnen Sie Herausforderungen des beruflichen Alltags?
Indem ich die nicht vor ihnen zurückschrecke sondern mich den jeweiligen Gegebenheiten stelle. Mein Leben war nicht immer das leichteste, und ich bin stolz darauf, daß ich auch große Schwierigkeiten schon erfolgreich gemeistert habe. Das hilft mir, mit Zuversicht und dem Vertrauen in meine Stärke der Zukunft entgegenzublicken.Ist es für Sie als Frau in der Wirtschaft schwieriger erfolgreich zu sein? Als Frau ist es im Transportgewerbe sehr viel schwerer, erfolgreich zu sein und respektiert zu werden. Die Branche ist ganz klar von Männern dominiert. In meiner Position als Tochter des Betriebsgründers hatte ich noch zusätzlich einen Grund, meine Kompetenz verstärkt beweisen zu müssen, nicht zuletzt vor meinem eigenen Vater. Es war sehr wichtig für mich, selbst alle Führerscheine zu haben, um nicht abhängig von bestimmten Mitarbeitern zu sein. Ich bin der Meinung, daß es mir sehr gut gelungen ist, mir Respekt zu verschaffen und zu beweisen, was ich kann. Dazu ist es aber nötig, nicht zimperlich zu sein, sich durchsetzen zu können und den anderen ihre Grenzen aufzuzeigen. Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst? Die Branche ist meiner Meinung nach selbst schuld an ihrem negativen Image. Durch total überzogenen Konkurrenzkampf und Preisschlachten gehen letzten Endes alle zugrunde.
Wie werden Sie von Ihrem Umfeld gesehen?
Als durchsetzungsfähige, willensstarke Frau, die es schafft ihren Weg zu gehen.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Teilweise ist es sehr schwierig, gute Mitarbeiter zu bekommen, doch wenn man ein gutes Team hat, ist man auf jeden Fall auf dem richtigen Weg zum Erfolg.Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus? Ich wähle Mitarbeiter nach fachlicher Eignung aus. Ich lasse einen neuen Mitarbeiter ein paar Probearbeiten durchführen, schaue ihm dabei persönlich zu und entscheide dann, ob er für uns der richtige ist.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Ich motiviere meine Fahrer, indem ich im persönlichen Gespräch kläre, was gut und was schlecht läuft. Dabei ist es mir wichtig, daß der Mitarbeiter auch seine Sichtweise eines Vorfalls darlegen kann.Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben? Ich würde derzeit niemandem raten, ein Transportunternehmen neu zu gründen, außer er verfügt über einen absolut verläßlichen Partner. Auch sollte man keinen Betrieb übernehmen, der bereits Schulden hat, sondern nur ein gut geführtes Unternehmen.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Ich will auch in Zukunft die Freiheit haben, das zu tun, was ich gerne tue.
Ihr Lebensmotto?
Jammern bringt Dich nicht weiter!