Zum Erfolg von Daniel Dominé
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Ich denke, daß sich die Bedeutung des Wortes Erfolg mit zunehmendem Alter ändert. Erfolg ist zunächst vielleicht mit Geld und der Anerkennung seitens anderer gleichzusetzen, mit der Zeit bedeutet Erfolg aber einfach die tägliche Lebensfreude, sowohl im Familienleben als auch im Beruf. Erfolg bedeutet auch, mit sich selbst im Einklang zu sein und über die Fähigkeit zu verfügen, im Augenblick zu leben.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Mit der gebührenden Bescheidenheit, ja. Jeder hat seine eigene Vorstellung von Erfolg, und ich für mich kann diese Frage bejahen.Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg? Die Lust an der Arbeit und die richtigen Entscheidungen. Meines Erachtens kann man nur das gut machen, was man gerne tut. Natürlich muß man auch Entscheidungen treffen können - man kann nicht jahrelang von einer Gelegenheit träumen und dann davonlaufen, sobald sie sich tatsächlich ergibt.
Ab wann empfanden Sie sich als erfolgreich?
Ab den letzten Jahren meines Studiums fühlte ich mich erfolgreich. Zuvor war ich immer ein eher mittelmäßiger Schüler gewesen, und ich studierte zunächst ohne großen Enthusiasmus zwei Jahre lang an der Universität. Nach meinem Militärdienst stellte ich mir dann die entscheidende Frage: Was soll ich aus meinem Leben machen? Was habe ich bis dahin noch nicht getan? Nun, das war, erfolgreich zu sein. So begann ich erneut zu studieren. Die Handelsuniversität lag mir mehr, weil sie weniger theoretisch ausgerichtet war. Es wurde mehr Wert auf Praxis gelegt, was meinen Vorstellungen eher entsprach. Ich beendete die Schule als Zweitbester meines Jahrgangs - mein Ziel war es zwar gewesen, Bester zu werden, doch ich war zufrieden.
In welcher Situation haben Sie erfolgreich entschieden?
Die Entscheidung, ins Ausland zu gehen, war zweifellos richtig. Auch wenn man sich von einem Tag auf den anderen in einer schwierigen Situation befindet, so war es rückblickend sicherlich eine wichtige Entscheidung, die auch ihre Auswirkungen auf meine Familie hatte.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
Die für mich wichtigste Anerkennung besteht darin, daß ich innerhalb von zwölf Jahren viermal mit einem neuen, größeren Aufgabengebiet betraut wurde. Jedesmal traute man mir zu, daß ich auch dieses bewältigen würde. Für mich bedeutet Anerkennung, eine Aufgabe zu meistern, um mich im Anschluß daran neuen Herausforderungen stellen zu können. Dies empfinde ich persönlich als sehr bereichernd.Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst? Sowohl hier in Österreich als auch in Slowenien, das ebenfalls in meinen Verantwortungsbereich fällt, stößt man zuweilen auf eine etwas konservative Mentalität und einen gewissen Protektionismus. Wenn ein Staat ein neues Gesetz beschließt, das die lokalen Unternehmen bevorzugt, stellt dies natürlich ein Problem dar, auch wenn es das innerhalb der EU nicht geben dürfte.Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens? Wir sind ein sehr flexibles KMU mit dem finanziellen Hintergrund einer internationalen Gruppe. Wir verfügen sowohl über Entscheidungsgewalt als auch über große Autonomie. Ich denke, daß ich nirgends eine ähnliche Situation wiederfinden werde. Ich kann die notwendigen Entscheidungen im Bewußtsein treffen, die für Investitionen notwendigen Finanzen zu bekommen.Wie verhalten Sie sich der Konkurrenz gegenüber? Die beste Art, mit Konkurrenz umzugehen, besteht darin, sich rechtzeitig - das heißt, vor der Konkurrenz, aber auch nicht zu früh - auf dem Markt zu etablieren. Wenn man zum richtigen Zeitpunkt kommt, dann gibt es keine Konkurrenz mehr, denn man erwirbt die entsprechenden Marktanteile und läßt die Konkurrenz gar nicht hochkommen, vor allem, wenn man ausreichend Finanzkraft hinter sich hat, wie es bei uns der Fall ist.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Die Vereinbarkeit dieser beiden Bereiche ist nicht einfach. Unsere Firma ist ein kleines Unternehmen, das einen großen Zeitaufwand verlangt. Meine Frau braucht mich hier im Ausland zwar mehr, ich arbeite aber auch mehr. Meines Erachtens ist es nicht ganz einfach, mit den Österreichern in Kontakt zu treten. Wir haben ein paar österreichische Freunde, aber treffen ebenfalls einige Landsleute.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Mein Ziel ist es, meine Mission hier gut zu Ende zu führen, das heißt, unsere Aktivitäten hier zu entwickeln: die dafür notwendige Struktur aufzubauen, die Tankstellen zu entwickeln und neue Kunden zu finden. Sobald die Niederlassungen in Österreich und Slowenien etabliert sind, wird meine Aufgabe erfüllt sein, und ich werde mich dann anderen Horizonten zuwenden.