Zum Erfolg von Manuela Schagerl
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg bedeutet für mich, meine Ziele und Visionen zu erreichen - egal, in welchem Lebensbereich. Im Privatbereich stellte ich mir immer vor, daß es einen ganz bestimmten Lebenspartner für mich gibt. Seit 1987 bin ich mit meinem Mann Helmut glücklich verheiratet, er ist dieser eine Mensch. Auch das ist für mich Erfolg. Im Berufsleben bin ich ja noch nicht allzu lange selbständig, aber es läßt sich bereits abschätzen, daß es eine richtige und erfolgreiche Entscheidung war, das frühere Unternehmen zu kaufen. Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg? Zum Erfolg gehört auch ein bißchen Glück. Im Zuge meiner Karriere gab es immer wieder Menschen, die mir die Chance gaben, beruflich vorwärts zu kommen - auch wenn ich oft gar nicht wußte, warum. Ich beobachtete auch mein berufliches Umfeld - Vorgesetzte, Kollegen und Mitarbeiter, auch aus anderen Kompetenzbereichen - sehr genau. Daraus konnte ich viele Dinge für mich lernen und ableiten. Außerdem bin ich ziemlich hartnäckig und stur. Ist es für Sie als Frau in der Wirtschaft schwieriger, erfolgreich zu sein? In der Beratung, wo ich heute tätig bin, gibt es keine Schwierigkeiten. Früher hatte ich schon öfter den Eindruck, daß man als Frau anders gesehen wird, nicht so viele Chancen bekommt und sich stärker in den Vordergrund spielen muß. Außerdem ist Österreich ein zertifikats- und diplomhöriges Land, und ich merke, daß ich mit dem Magistertitel viel eher akzeptiert werde als ohne.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
Erich Fridesser vom NÖ Hilfswerk und Hannelore Unegg von der Wirtschaftswoche waren so etwas wie Mentoren für mich, von denen ich auch sehr viel Anerkennung erhielt. Und als ich meine Diplomarbeit beim PRVA einreichte, wurde ich als erste Fachhochschulabsolventin mit einem dritten Platz ausgezeichnet. Das war ebenfalls eine tolle Anerkennung. Nicht zu vergessen jene Auftraggeber, die mir im Zuge der Firmenübernahme ihr Vertrauen aussprachen und mir als Person die Treue hielten. Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst? Wenn es um den Bereich Bildung und Weiterbildung geht, wird die Entscheidung, speziell in Klein- und Mittelbetrieben, sehr oft von den Leuten getroffen, die die Finanzverantwortung haben. Diese denken meist in Kennzahlen und Meßgrößen. Daher arbeiten wir an der Einführung eines Bildungscontrolling-Instruments, womit man genau sehen kann, wieviel ein Unternehmen durch entsprechende Bildungsmaßnahmen in einem bestimmten Zeitraum einsparen kann. Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus? Der Bewerber oder die Bewerberin sollte ein bestimmtes Menschenbild erfüllen. Das sollte zwar von Toleranz geprägt sein, man darf aber nicht die Ziele und Ergebnisse vergessen. Hinter all unseren Projekten stecken Ziele. Wir müssen für das Geld, das wir von den Auftraggebern bekommen, ja eine meßbare Leistung erbringen.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Es ist wichtig, den Mitarbeitern ein Umfeld zu bieten, in dem sie sich wohl fühlen und so gut arbeiten können, daß wir unsere Ziele erreichen. Wir engagieren aber auch nur Mitarbeiter, die denselben Zugang haben wie wir als Eigentümer. Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens? Ich bin überzeugt davon, daß wir die Menschen dort abholen, wo sie derzeit stehen. Wir haben einen sehr fördernden Zugang, bei uns wird stärkenorientiert gearbeitet. Unser Ansatz ist es, die Stärken zu forcieren, anstatt Fehlendes aufzuspüren und aufzufüllen. Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben? Höre den anderen zu! Aus diesem scheinbar simplen Rat können sich viele Möglichkeiten ergeben.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Als junges Unternehmen sind wir noch dabei, uns zu etablieren. Dann wollen wir uns etwas intensiver mit dem Auslandsmarkt beschäftigen und Niederlassungen gründen. Erste Gespräche gibt es bereits mit Osteuropa, auch der asiatische Raum wäre eine Möglichkeit.
Ihr Lebensmotto?
Handle so, daß du dein eigenes und fremdes personales Leben eher mehrst denn minderst (Rupert Lay).