Zum Erfolg von Martin Krauss
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ja ich fühle mich auf Grund der positiven Geschäftsentwicklung und zahlreichen positiven Feedbacks erfolgreich.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Bereits während meiner Schulzeit zeigte es sich immer mehr, dass Kommunikation und Empathie zwei Bereiche waren, welche zu meinen Stärken zählten. Mir machte es Spaß, etwas frei zu interpretieren und ich stellte fest, dass mir der Umgang mit anderen Menschen leicht fiel. Kommunikation war für mich immer ein Bedürfnis, obwohl ich nicht der klassische Netzwerker bin. Zielorientierte Kommunikation ist, denke ich, ebenso ein wesentlicher Bereich im Rahmen meiner Führungstätigkeit.
Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat?
Ein klassisches Vorbild gab es für mich nie! In meiner bisherigen Karriere versuchte ich immer meinen Job so gut wie möglich zu machen, damit mein Vorgesetzter so wenig Arbeit wie möglich mit mir hat. Ich musste allerdings erst lernen, dass mein Chef auch einen Chef hat und ich versuchte die Berichte, „mundgerecht" zu liefern. Dies wurde immer sehr geschätzt.
Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus?
Neben der fachlichen Kompetenz achte ich darauf, dass der Bewerber auch in das bestehende Team passt. Beim Auswahlprozess ziehe ich auch einen Mitarbeiter aus dem betreffenden Team bei, um seine Meinung zu hören.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Ich vertrete die Ansicht, dass jeder Mitarbeiter anders motiviert werden muss. Wesentlich ist, dass alle Mitarbeiter sich am Unternehmensziel orientieren und die notwendige Leistung erbringen müssen. Ich achte darauf, dass auch die notwendigen Rahmenbedingungen dafür vorhanden sind.
Wie verhalten Sie sich dem Mitbewerb gegenüber?
Ich habe nie den Mitbewerber beobachtet - im Gegenteil, ich konzentrierte mich darauf, was wir besser machen können. Mein Augenmerk richtet sich darauf unsere Händlerpartner erfolgreicher zu machen und unsere Marken zu pflegen. Einzig bei der Preisgestaltung berücksichtigen wir die Positionierungen der Mitbewerber.
Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens?
Wir sind weltweit der größte Reifenproduzent. Vor ungefähr neunzig Jahren entwickelten japanische Konstrukteure Reifen, welche seit 1961 weltweit vertrieben wurden. Doch in Mitteleuropa konnten diese Reifen nie den geografischen Anforderungen entsprechen. Mittlerweile hat unser Konzern auf diese Situation reagiert und es werden 99 Prozent der Reifen, welche in Europa verkauft werden, in Europa entwickelt und produziert, um den regionalen Anforderungen zu entsprechen. Wir bieten ein Full-Sortiment für sämtliche Einsatz-Bereiche an und versuchen weiterhin zu wachsen. In der Vergangenheit hatte Bridgestone in Europa weniger Marktanteile als in Asien und Amerika. Der Grund lag an unserem späten Markteintritt in Europa. Inzwischen hat sich dies geändert und wir weisen Jahr für Jahr gute Zuwachsraten auf.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Es ist nicht immer einfach, beide Bereiche unter einen Hut zu bekommen. Meine Familie zeigt viel Verständnis für meinen Job, sonst wäre er auch nicht machbar. Wenn man für das ganze Bundesgebiet Verantwortung trägt, bringt es mit sich, dass auch zahlreiche Dienstreisen in Österreich und in der Bundesrepublik anstehen. Das Sommer- und Wintergeschäft bringt es mit sich, dass viele Dienstreisen anstehen und dann gibt es wiederum Zeiten, wo man mehr hinter dem Schreibtisch verbringt. Die Zeiten welche wir wirklich gemeinsam verbringen, werden dafür sehr intensiv genutzt.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Für eine Verkaufstätigkeit am industriellen Markt bedarf es guter Kenntnisse, wie die jeweilige Konzernkommunikation und der jeweilige Ansprechpartner funktioniert, sowie wer die Meinungsbildner sind. Branchenkenntnisse sind notwendig um sich orientieren zu können und um das Leitbild mancher Unternehmen verstehen zu können. Schlussendlich ist es, um einen Auftrag zu erhalten, von essentieller Bedeutung den wirklich richtigen Ansprechpartner zu finden.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
In den letzten beiden Jahren konnte ich an der Steigerung unserer Marktanteile in Österreich wesentlich mitwirken. Auch in Zukunft werde ich meine Kraft dafür aufwenden, die zweite Marktposition anzupeilen. Es wird sicher schwierig dieses herausfordernde Ziel zu erreichen, weil sich der Markt stark verändert hat. Hier helfen allerdings Stärken des Konzerns, wie das optimale Service, was von den Kunden sehr geschätzt wird. Unser Wachstum brachte es mit sich, dass wir mehr Kompetenzbereiche, wie z.B. regionales Marketing, mehr Headcounts für den Vertrieb und das lokale Customer Service aus der Konzernzentrale zurück bekamen.