Zum Erfolg von Karl Ehrlich
Was ist für Sie persönlicher Erfolg? Das, was man selbst daraus macht. Viel Einsatz, viele Ideen und ein kreatives Unternehmen im Rücken. Die Plattform muß stimmen, denn allein kann man relativ wenig bewegen. Es heißt immer Hinter einem erfolgreichen Mann steht eine erfolgreiche Frau. Irgendwo stimmt das natürlich, denn auch die Familie trägt dazu bei. Sei es mit ihrem Verständnis, daß man wenig Zeit hat oder sich auch an manchen Wochenenden nicht der Familie widmen kann. Sicher gehört diese auch dazu, um erfolgreich sein zu können.
Sehen Sie sich persönlich als erfolgreich? Ich bin nicht über-drüber eingebildet, aber ich glaube, daß ich meinen Job in der Vergangenheit und auch heute gut mache. Wir sind ein deutsches Unternehmen, das andere Einstellungen in manchen Bereichen als österreichische hat. Wenn ich nicht erfolgreich wäre, wäre ich nicht mehr da.
Wo liegen Ihre persönlichen Stärken? Ich muß mich damit identifizieren, was will das Umfeld bzw. der Arbeitgeber. Wenn ich das kann, bin ich auch erfolgreich. Mache ich das nur, indem ich in der Früh komme, am Abend heimgehe und warte, daß ich am Letzten des Monats mein Geld bekomme, dann funktioniert das nicht. Ich habe eine Doppelfunktion inne: Bin nicht nur für das Unternehmen in Österreich selbst verantwortlich, sondern auch Kontaktperson zu den großen und wichtigsten Kunden. Auch hier habe ich die Fäden in der Hand. Als diese Personalunion bin ich in meinen Entscheidungen schneller, was natürlich Vorteile als auch Nachteile mit sich bringt. Wenn man eine relativ kleine Einheit, wie hier in Österreich ist, kann man flexibler sein und versuchen, sich von der großen Mutter abzukoppeln. Wir gehen unseren eigenen Weg und sind trotzdem erfolgreich.
Ziehen Sie ein große oder kleinere Ziele vor? Ich glaube, daß man globaler denken muß. Wir machen das auch hier im Unternehmen in Form einer Drei-Jahres-Planung. Aber aufgrund der Veränderungen am Markt oder im Umfeld muß man heute kurzfristiger denken und weitfristiger in die Ferne schauen: Umsetzen, Step by Step, um das Ziel in einigen Jahren erreicht zu haben.
Wie soll man sich bei unvorhergesehenen Quereinflüssen verhalten? Das sind gravierende Hindernisse - auch wir erleben das immer wieder. Trotzdem muß man das große Ziel, das man sich steckt, im Auge behalten.Ziele sind da, um sie zu erreichen. Ich muß den Markt, das Umfeld kennen und beurteilen können, ob die Ziele, die ein Konzern vorgibt, realistisch sind. Oder sich aufgrund der Position, in der man sich befindet, auf einen gemeinsamen Nenner kommen.
Wie stehen Sie zu Teamarbeit und Motivation? Wir sind eine relativ kleine Einheit und der persönliche Kontakt zu den Mitarbeitern ist sicher wichtig. Ich muß den Leuten veranschaulichen, was das Unternehmen in der Zukunft erreichen will. Jedem seine Aufgabe und Verantwortung so klar wie möglich definieren. In diesem Bereich das Team zu motivieren; indem wir sagen, dort wollen wir hin und auf diesem Weg müssen wir das auch schaffen. Obwohl ich das, was ich selbst mache, nicht hundert Prozent von den anderen erwarten kann - da muß man schon einige Abstriche machen. Auf gut wienerisch meine ich: Es ist wurscht, wer Erfolg hat oder von wem die Idee kommt!. Hauptsache, es dient dem Unternehmen, dann wird es sofort umgesetzt. Betreffend Motivation kann man die Leute heute nicht allein mit Geld hinter'm Ofen hervor locken, sondern mit einer gewissen Sicherheit am Arbeitsplatz, einer vernünftigen Organisation und einem Umfeld, wo sich die Mitarbeiter wohlfühlen.
Wie begegnen Sie einem Mißerfolg? Der trifft mich sehr, weil ich persönlich engagiert und verantwortlich bin. Den muß ich analysieren, aufarbeiten und damit fertig werden, damit er kein zweites Mal passiert. Ich stehe nicht so über den Dingen, sondern muß mich damit auseinander setzen. Man lernt ja, Gott sei Dank, so lange man lebt.
Gibt es eine Lebensphilosophie? Ich bin der Mensch, der die Hand, die mich füttert, nicht beißt. Was nicht heißen soll, daß ich mich nicht wehre, wenn irgendwas nicht stimmt. Es ist für mich ein Grundgedanke, daß ich den Job, den ich annehme, zu erfüllen habe. Reizt er mich nicht mehr, gehe ich von selbst. Die Leidenschaft zum Job ist wie ein Hobby. Empfinde ich die Arbeit nur als lästiges Übel - wenn auch gut honoriert - erbringt man nicht 100- prozentige Leistung.
Gibt es Zukunftswünsche? Natürlich. Daß wir erfolgreich weiter arbeiten können und daß wir trotz der Einflüsse der Globalisierung in Österreich noch persönlich etwas bewegen dürfen und können.
Welche Spezialitäten bietet Ihr Unternehmen? Vitakraft ist ein Familienunternehmen mit Stammsitz in Deutschland und selbständigen Firmen in ganz Europa. Vitakraft Österreich ist eine der ältesten - es gibt uns über 30 Jahre. Wir kommen aus dem Körndlfutter-Bereich: das heißt, Vogel, Nager, Sittich, Kanari, Papagei, usw. und sind in den letzten Jahren verstärkt in andere Segmente, wie Hund, Katze in den Massenmarkt eingestiegen. Wir haben eine langjährige Firmenphilosophie: Immer nur das Beste - artgerechte Tierernährung, nicht nur Futter ! Das ist der Slogan des Unternehmens. Weiters betreiben wir stark Aquaristik, also Fischfutter für den Aquarianer und Gartenteich-Liebhaber.