Zum Erfolg von Wolfgang Atzinger
Was ist für Sie persönlicher Erfolg? Persönlicher Erfolg ist für mich dann gegeben, wenn man seine gesteckten Ziele erreicht bzw. diese sogar noch übertrifft. Dabei steht der berufliche Erfolg für mich an erster Stelle, weil das Berufsleben fast mehr als die Hälfte unseres Lebens ausmacht. Aber für mich persönlich gibt es natürlich auch noch andere Erfolgsfaktoren. Zum einen ist das meine Familie, zum anderen setzte ich mir auch sportliche Ziele und will auch hier gute Leistungen vollbringen.Welche Gründe haben Sie dazu bewegt, den Lehrberuf gegen eine kaufmännische Tätigkeit einzutauschen? Der finanzielle Faktor spielte dabei eine wesentliche Rolle. Als Lehrer verdiente man damals gerade 5.000 Schilling, also mußte man sich mit Nebenjobs sein Gehalt aufbessern. So war ich als Fitneßtrainer bei Rank Xerox tätig. Bei einem Saunabesuch sprachen wir über Verdienstmöglichkeiten und als ich erfuhr, daß man bei Rank Xerox das mehrfache von meinem damaligen Gehalt im Außendienst verdienen konnte, war meine Frage nur mehr: Wann kann ich bei Ihnen anfangen? Und am nächsten Tag habe ich schon bei Rank Xerox begonnen.Sehen Sie sich persönlich als erfolgreich? Ja ich bin sehr erfolgreich, weil ich während meiner gesamten beruflichen Laufbahn eine stetige Weiterentwicklung verzeichnen konnte und meine persönlichen Ziele mehr als erreicht habe.Wo liegen Ihre persönlichen Stärken? Einerseits bringe ich einen gesunden Ehrgeiz mit, der meiner Meinung nach ganz wichtig ist für Erfolg, und andererseits hat mir gerade meine frühere Laufbahn als Lehrer den Umgang mit Kollegen und Mitarbeitern gelehrt, daß man nur miteinander erfolgreich sein kann. Denn der Erfolg passiert nie auf den Schultern eines Einzelnen, nur im Team ist man stark.Was sollte man auf seinem Weg zum Erfolg beachten, was vermeiden? Vermeiden sollte man auf jeden Fall krankhaften Ehrgeiz, denn man ist auf dem Weg zum Erfolg immer von anderen abhängig. Und so kann es schnell zum Boomerangeffekt kommen und man bleibt einsam und allein auf der Strecke. Wichtig auf seinem Weg zum Erfolg ist, den nötigen Ausgleich zwischen Berufs- und Privatleben zu finden. Ich glaube, daß es sehr wichtig ist, in seiner Familie die Ruhe und Erholung zu finden, die man braucht, um neue Energien für den Beruf zu tanken. Das Geheimnis liegt darin, beides gut zu koordinieren und unter Verwendung des sogenannten Timemanagement sorge ich dafür, daß ich meiner Familie viel Zeit und Energie widme.Ziehen Sie ein großes Ziel kleineren vor? Man sollte klein beginnen, aber dann im Laufe der Jahre, wenn man die kleineren Ziele ohne größere Mühe erreicht, sollte man beginnen, sich größere, visionärere Ziele zu setzen. Denn wenn man sich gleich mit großen, weit in der Ferne gerichtete Ziele beschäftigt, kann das in die Gegenrichtung ausschlagen, man wird deprimiert, weil man gar nichts erreicht. Durch das Erreichen kleiner Ziele motiviert man sich selbst und man strebt fast automatisch vorwärts.Wie begegnen Sie Quereinflüsse und Mißerfolg? Natürlich gibt es bei jedem kleine Rückschläge, aber das Wichtigste dabei ist wie ich damit umgehe. Mich stärken diese Rückschläge eigentlich immer wieder und ich lerne aus jedem Rückschlag. Da ich ein 100-prozentiger Analytiker bin, ist meine erste Reaktion auf einen Rückschlag, die Analyse, warum ist der Mißerfolg passiert, hätte ich ihn früher sehen können, wie hätte ich ihn vermeiden können bzw. was kann ich daraus lernen und wie reagiere ich beim nächsten Mal, wenn ich ihn sehen komme. Also Ursachen suchen, analysieren, beseitigen und daraus lernen.Wie stehen Sie zur Teamarbeit und Motivation? Wie bereits erwähnt, ist Teamarbeit heute in jeder Branche wichtig und der Einzelkämpfer wird es nicht weit bringen. Ziele müssen gemeinsam genannt und auch umgesetzt werden. Die Motivation der Mitarbeiter kann ich nur erreichen, wenn ich ihnen durch mein Vertrauen größtmögliche Handlungsfreiheit biete und sie mit Aufgaben betraue, die sie fordern, denn viel Verantwortung setzt große Motivation frei. Natürlich müssen auch die Mitarbeiter die nötige Eigenmotivation mitbringen, um diese Verantwortung zu erhalten.Nach welchen Kriterien stellen Sie ein Team zusammen? Die Teamfähigkeit jedes Einzelnen ist mir dabei sehr wichtig, denn was hat man von lauter Einzelkämpfern? Als teamfähig bezeichne ich jemand, der bereit ist, mit anderen etwas zu schaffen, ein Ziel zu verfolgen und auch für den anderen im Team da ist, wenn er gebraucht wird. Gesunder Ehrgeiz ist wichtig und der Wille sich weiterzuentwickeln, weil ich glaube, daß in jedem ein ungeahntes Potential steckt, aber es gehört natürlich der nötige Wille dazu, auch etwas zu erreichen, denn von nichts kommt nichts.Woraus schöpfen Sie Ihre Kraft? Aus meiner Familie und aus dem Sport, ich laufe sehr gern und sehr viel und möchte heuer meinen ersten Marathon in New York bestreiten.Hatten Sie ein bestimmtes Vorbild? Mein großes Vorbild war immer mein verstorbener Onkel, der Vorstandsmitglied bei der Firma Eskimo Iglo war und immer vorwärts strebte.Welche Ziele haben Sie sich für die nahe Zukunft gesteckt? Ich möchte dieses Unternehmen im richtigen Tempo gesund wachsen lassen und stetig die Strukturen anpassen, daß wir auch den Markt optimal bedienen können.Welche Spezialitäten bietet Ihr Unternehmen? Wir verkaufen alles, was mit Telekommunikation zu tun hat, an den Fachhandel. Unser Schwerpunkt dabei liegt im Bereich Telefonanlagen und sind da wahrscheinlich österreichweit Marktführer. Wir haben eine sehr große Produktpalette, denn wir bieten acht verschiedenartige Telefonanlagen, für Kleinstbüro bis zu Großfirmen. Dazu bieten wir alle notwendigen Werkzeuge für den Fachhändler, von Schulungen, die wir selbst durchführen, bis hin zu Supportarbeiten für den einzelnen Fachhändler, wir haben sogar eine eigene Hotline eingerichtet, die den Fachhändlern Tag und Nacht zur Verfügung steht.