Zum Erfolg von Franz Bamberger
Warum haben Sie als Person bzw. das Unternehmen an sich Erfolg? Ich habe sehr viel Freude an meiner Tätigkeit und konnte mit meinem Unternehmen sehr stark von der Konjunktur der siebziger Jahre profitieren. Das Steinmetzgewerbe ist ein sehr klein strukturiertes Gewerbe mit einem Einzugsradius von 30 bis 50 Kilometern. Meine Neugierde und meine Risikobereitschaft trugen dazu bei, mich vom Alltäglichen wegzubewegen und immer wieder neue Herausforderungen anzunehmen. Ich konnte mir mit der Zeit sehr viel Erfahrung aneignen und wurde somit für immer mehr Projekte, vor allem im Ausland, engagiert. Ich glaube, das Finden von neuen Nischen ist ein sehr starker Faktor für meinen Erfolg.Wie definieren Sie Erfolg? Erfolg bedeutet für mich, es aus doch sehr bescheidenen Verhältnissen zur Nummer Drei in Österreich gebracht zu haben.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Mein großes Ziel ist es, den Übergang in die Pension zu schaffen und die Früchte meiner Pension genießen zu können, weiters habe ich auch geschäftlich noch sehr viel vor.In welcher Situation haben Sie sich erfolgreich entschieden? Eine erfolgreiche Situation ergab sich aus der Übernahme eines Betriebes in Wien, den ich als Schauraum ausbaute, und der sich als sehr positiv für mein Unternehmen erwiesen hat.Nach welchen Kriterien stellen Sie Mitarbeiter ein? Ich entscheide mich bei der Zusammenarbeit mit Mitarbeitern sehr subjektiv nach ihrer Erscheinung und ihrem Auftreten, bin aber dazu bereit, vor allem jungen Mitarbeitern Chancen zu geben, indem ich ihnen sehr wichtige Funktionen übertrage. Wesentlich sind für mich Lernbereitschaft, Wille und Engagement.
Wie ist Ihr hierarchischer Strukturkoeffizient?
Es gibt in meinem Unternehmen drei Ebenen: Die Geschäftsleitung, einen kaufmännischen, einen technischen Leiter und den Bereich des Controlling auf einer Ebene, darunter sechs Techniker und ein Baustellenleiter und parallel dazu der Verkauf, und schließlich die untere Ebene der restlichen Mitarbeiter.Wie oft kommunizieren Sie mit Ihren Mitarbeitern? Wir führen alle zwei Wochen ein Gespräch mit der technischen Leitung, und dieser Austausch erweist sich für mich als gutes Führungsinstrument.Welche Probleme scheinen Ihnen in Ihrer Branche ungelöst? Nach konjunkturellen Durchhängern Anfang der Neunziger erleben wir derzeit die Tendenz zur Preisverflachung. Im Moment haben wir zwar wieder gute Konjunktur, die auch durch das günstige Winterwetter bedingt wurde, doch die Preise bleiben auf dem niedrigen Niveau, weil durch sie ein permanenter Überlebenskampf geführt wird. Außerdem ist unsere Branche auch dem Winterklima ausgeliefert, was sich durch den Knick in den Arbeitslosenstatistiken in der ersten Jahreshälfte ja bekanntlich Jahr für Jahr bemerkbar macht. Derzeit werden durch die Liberalisierung der Konzessionsvergabe, jeder Geselle mit ein wenig Erfahrung kann nun einen eigenen Betrieb eröffnen, sehr viele kleine Betriebe eröffnet, wobei erst die Zukunft zeigen wird, wie sinnvoll das ist.Welche Ratschläge geben Sie weiter? Die beiden wichtigsten Ratschläge, die ich geben kann, sind, wirkliches Interesse an seiner Tätigkeit zu zeigen, sich zu engagieren und Sprachen zu lernen. Wenn man sich selbst keine visionären Ziele steckt und zu schnell mit etwas zufrieden ist, wird man nie zum Erfolg kommen.
Sehen Sie sich selbst als erfolgreich?
Ich sehe mich heute im Sinne meiner Definition als erfolgreich, weil ich einen gutgehenden Betrieb führe und Aufgaben wahrnehme, die mich interessieren und weil ich eine Familie habe, die mir sehr viel Rückhalt bietet.