Zum Erfolg von Günter Friesenbiller
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg bedeutet für mich die finanzielle Sicherheit meines Unternehmens.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Ich bin technisch interessiert und immer am letzten Stand. Ich denke, ich bin ein sehr offener und umgänglicher Mensch. Ich versuche stets, Dinge im Guten zu regeln, sowohl mit meinen Mitarbeitern als auch mit meinen Kunden. Meinen Kunden biete ich höchste Qualität. Ich bin jeden Tag um sechs Uhr in der Firma und habe eine sehr ernsthafte und disziplinierte Arbeitseinstellung. In den Beziehungen zu meinen Kunden möchte ich mich nicht nur auf den rein beruflichen Bereich beschränken, sondern auch über private Dinge sprechen können, so sind schon einige Freundschaften entstanden.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ich sehe mich als erfolgreich, weil ich mit dem bisher Erreichten sehr zufrieden bin.Gab es eine Situation, in der andere aufgegeben hätten? Die unangenehmste Situation, der ich je gegenüberstand war der Konkurs eines Auftraggebers, der bei mir eine halbe Million Schilling offen hatte, ob ein anderer deshalb aufgegeben hätte, kann ich nicht beurteilen.
Ist Originalität oder Imitation besser um erfolgreich zu sein?
Eigene Ideen sind natürlich grundsätzlich etwas sehr gutes; ich finde es jedoch durchaus legitim, andere Ideen zu verwenden, zu modifizieren und zu verbessern. Ich glaube, es ist wesentlich, als Unternehmer für beides offen zu sein.
Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat?
Eines meiner großen Vorbilder ist mein ehemaliger Chef bei Lang und Menhofer.
Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst?
Das große Problem innerhalb unserer Branche ist der Preisdruck, unter dem wir leiden. Ich schaffe es bei manchen Aufträgen eigentlich kaum, mich diesem Druck zu entziehen, versuche jedoch, mir Nischen zu schaffen, in denen ich, mit einem qualitätsbewußten Kundenkreis, gut leben kann. Preislich können wir beispielsweise in Sachen Neubau mit anderen Unternehmen nicht mithalten; im Bereich Sanierungen sind wir jedoch sehr erfolgreich.
Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus?
Das wesentlichste Kriterium ist für mich Fachwissen beziehungsweise die berufliche Qualifikation. Darüber hinaus ist mir die menschliche Komponente sehr wichtig, ich möchte mit meinen Mitarbeitern auf einer Wellenlänge kommunizieren, die Chemie muß einfach stimmen. Ehrlichkeit und Verläßlichkeit setze ich voraus, da ich so behandelt werden möchte, wie ich andere selbst behandle.
Wie ist Ihr hierarchischer Strukturkoeffizient?
Unter der Ebene des Geschäftsführers gibt es einen Techniker, sowie eine Mitarbeiterin im Büro, die nächste Ebene besteht aus Vorarbeitern. Diese agieren selbständig innerhalb der Rahmenbedingungen, die ich ihnen vorgebe. Ich bin täglich ab sechs Uhr in der Firma und kommuniziere mit den Vorarbeitern, einmal pro Woche besuche ich die Baustellen, unangemeldet.
Wieviel Zeit verwenden Sie für Fortbildung?
Ich bilde mich durch Praxis ständig fort, für Weiterbildung im herkömmlichen Sinn habe ich eigentlich zu wenig Zeit.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Mein Ziel besteht darin, drei Tage in der Woche sehr intensiv zu arbeiten und die restliche Woche auszuspannen. Ich schöpfe sehr viel Kraft aus der Natur und möchte möglichst viel Zeit dafür haben.