Zum Erfolg von Peter Ferdinand Steinhauser
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Ich habe Erfolg, solange ich Freude an meiner Arbeit – und somit an meinem Leben insgesamt – habe.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Ich lernte in meinem Elternhaus, ohne Scheuklappen durch die Welt zu gehen, möglichst offen für alles zu sein; Chancen zu erkennen und wahrzunehmen, die andere vielleicht nicht gesehen hätten. Obwohl es für mich nicht leicht war und ich mich überwinden mußte, nahm ich mehrmals die Herausforderung an, ins Ausland zu gehen und lernte somit, Dinge aus anderen Blickwinkeln zu betrachten und selbstbewußt zu werden. Das Institut zeichnet sich heute durch seinen Dienstleistungscharakter für den Staat, die Wirtschaft und die Bevölkerung aus. Ich habe sehr viel Freude daran und empfinde es als eine sehr schöne Aufgabe, diese Dienstleistungen mit der Wissenschaft zu verbinden. Da wir High-Techprodukte vertreiben, entwickeln wir uns ständig weiter – beispielsweise werden die Wetterprognosen graduell laufend besser. Vor 15 Jahren konnten wir gerade einmal Drei-Tagesprognosen erstellen, heute können wir bereits sichere Sieben-Tagesprognosen (mit einer Trefferquote von mindestens 60 Prozent!) abgeben, intern rechnen wir sogar mit Zehn-Tagesprognosen.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ja. Ich bin dankbar, daß mir in meinem Leben so viel gelungen ist.
Wie begegnen Sie Herausforderungen des beruflichen Alltags?
Ich versuche, Probleme zu analysieren um danach herauszufinden, welche Möglichkeiten zur Lösung bestehen. Dabei bin ich sehr beharrlich. Eines unserer generellen Probleme besteht in der rasenden Geschwindigkeit, in der Daten für uns unbrauchbar werden – nach einer Lebensdauer von zwei Stunden sind sie für uns in einzelnen Teilbereichen bereits veraltet, deshalb arbeiten wir mit einem globalen Telekommunikationsnetz.
Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus?
Ich muß hohe fachliche Qualifikation natürlich voraussetzen, das ergibt sich aus unserer Aufgabenstellung. Weiters ist mir die Fähigkeit wichtig, Querverbindungen herzustellen und selbständig und eigenverantwortlich zu handeln.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Ich sehe es als meine wesentlichste Aufgabe, herauszufinden welche Fähigkeiten des Einzelnen ich am besten in welchem Gebiet einsetzen kann, weil ein Mensch dort seine besten Leistungen vollbringt, wo er am meisten Spaß empfindet. Ich pflege einen möglichst kollegialen Führungsstil und lege großen Wert auf Teamarbeit.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Ich denke, daß Österreich ein Land ist, das seine Minderwertigkeitskomplexe pflegt – und dabei spielen bereits die Schulen eine große Rolle. Es ist sicherlich gut, bescheiden zu sein, aber wir haben doch allen Grund, selbstbewußter zu werden. Ich würde jedem jungen Menschen raten, Auslandserfahrungen zu sammeln und sein Licht nicht unter den Scheffel zu stellen – also generell offen zu bleiben und sich nicht stur auf eine Richtung festzulegen.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Eines unserer wissenschaftlichen Ziele besteht darin, lokale Gewitterzellen (mit einer Lebensdauer von zwei bis drei Stunden) zuverlässig voraussagen zu können und somit lokale Katastrophen durch rechtzeitige Warnungen zu verhindern. Mein privates Ziel ist es, meine Kinder entsprechend gut vorbereitet ins Berufsleben zu entlassen und weiterhin so harmonisch wie bisher mit meiner Familie zusammenzuleben. Beruflich lautet mein Motto, das aus der Bibel stammt: Prüfet alles, behaltet das Gute. Mein Vertrag läuft noch vier Jahre lang und es ist mein Bestreben, das Institut auf eine solide Basis zu stellen, sodaß es auch in Zukunft in der EU als unabhängiger Wetterdienst bestehen kann.