Zum Erfolg von Tanja Mayr-Nowak
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Für mich bedeutet Erfolg, daß ich die Ziele, die ich mir setze, umsetzen kann, daß ich die Lebensqualität habe, die ich mir wünsche und daß ich meine Bedürfnisse stillen kann. Für mich ist es zum Beispiel wichtig, daß ich mir meine Zeit selbst einteilen kann, daß ich die Arbeit machen kann, die mir Spaß macht und daß mir niemand sagt, was und wieviel ich machen muß.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ja, ich habe das Gefühl, wenn ich etwas anfange, dann gelingt es. Das ist für mich Erfolg. Wenn ich etwas anfange, bin ich schon sicher, daß es etwas wird. Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg? Ich denke ausschlaggebend war mein Elternhaus, das mich sehr unterstützte. Meine Eltern erzogen mich sehr selbständig, trauten mir viel zu und ermöglichten mir, das zu studieren, was ich wollte. Ich glaube, daß auch viel Glück zum Erfolg gehört. Ich setze mir immer nur sehr grobe Ziele und bewege mich innerhalb dieser groben Ziele sehr frei und flexibel. Ich bin kein Perfektionist, was auch ganz wichtig ist, und ich bin selbst ein guter Freund von mir, ich schimpfe nicht mit mir und mache mir selber keinen Streß oder Druck.
Wie begegnen Sie Herausforderungen des beruflichen Alltags?
Es hängt davon ab, wie groß die Herausforderungen sind. Wenn ich das Gefühl habe, daß es Herausforderungen sind, die ich bewältigen kann, dann reagiere ich sehr positiv, dann reizen sie mich sehr. Grundsätzlich begegne ich Herausforderungen eher mit Interesse und Neugier.Ist es für Sie als Frau in der Wirtschaft schwieriger, erfolgreich zu sein? Ich glaube, daß es als Frau überhaupt schwieriger ist, erfolgreich zu sein. Es gibt jedoch ein paar Branchen, in denen man als Frau vielleicht gleichberechtigt ist, und vielleicht gehört die meine dazu. Das liegt schon allein daran, daß Frauen die Kinder bekommen und sich so für sie die Frage stellt, wie es beruflich weitergeht. Möglicherweise wäre ich als Mann schon ganz oben, ein Spitzenverdiener. Durch die Kinder bin ich jedoch immer darauf angewiesen, daß mir jemand hilft.
Ab wann empfanden Sie sich als erfolgreich?
Erfolgreich fühle ich mich eigentlich seit Beginn meines Studiums, als ich das Gefühl hatte, es liegt an mir, was ich daraus mache.
In welcher Situation haben Sie erfolgreich entschieden?
Ich entschied erfolgreich bei der Wahl meines Studiums, meiner Therapieausbildung, bei meinem Mann, bei meinen Kindern, bei meinem Haus - ich habe meist einen guten „Riecher“ dafür, wenn etwas paßt. Ist Originalität oder Imitation besser um erfolgreich zu sein? Wenn man etwas imitiert, dann ist man nicht man selbst. Für mich ist es ganz wichtig, echt zu sein. Wenn ich in meinem Beruf jemanden imitieren würde, dann könnte ich nicht erfolgreich sein, da es wichtig ist, daß der Therapeut authentisch ist. Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat? Theoretisch bin ich sehr beeinflußt von Rogers, der meine Therapierichtung begründete. Auch meine Ausbildner prägten mich.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
Mir ist Wertschätzung viel wichtiger als Anerkennung. Ich möchte, daß ich als Mensch von den Leuten geschätzt werde. Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche ungelöst? Es gibt immer noch keinen Therapievertrag mit den Krankenkassen, obwohl seit der Einführung des Therapiegesetzes vor zehn Jahren verhandelt wird.
Wie werden Sie von Ihrem Umfeld gesehen?
Ich denke, mein Umfeld sieht mich als ehrlich und direkt, als sehr kompetent und als Anlaufstelle für Probleme. Was sind die Stärken Ihres Unternehmens? Ich lasse mich sehr emphatisch auf meine Klienten ein und baue eine sehr gute Beziehungsqualität auf. Jeder, der zu mir kommt, fühlt sich wahr- und ernstgenommen. Da viele Leute kommen, die zum ersten Mal bei mir über ihre Probleme reden, ist es ganz wichtig, daß eine Vertrauensbasis besteht, damit sie auch das sagen, worum es wirklich geht.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Für mich ist es sehr wichtig, daß es auch ein Leben außerhalb des Berufes gibt. Mit viel Flexibilität, Organisation und Unterstützung durch meinen Partner gelingt es mir, Beruf und Privatleben miteinander zu vereinbaren. Ich achte darauf, daß ich in meinem Privatleben nicht perfekt sein muß, ich habe keinen perfekten Haushalt. Mir ist wichtig, daß ich selbst nicht zu kurz komme, daß es Dinge gibt, die ich für mich mache und daß es mir gut geht. Es gibt einen Teil für meine Kinder, einen Teil für meinen Partner, einen Teil, wo ich arbeite, und kein Teil darf zu kurz kommen, da es sonst nicht mehr funktioniert. Wenn es mir selbst nicht gut geht, kann ich in der Arbeit nicht gut sein. Wieviel Zeit verwenden Sie für Ihre Fortbildung? Wir haben einen Stammtisch von unserer Therapierichtung, wo ich Kollegen treffe, mit denen ich fachliche Diskussionen führe. Ich besuche regelmäßig Workshops und Veranstaltungen vom Verein und befasse mich immer wieder schwerpunktmäßig mit verschiedenen Bereichen. Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben? Es ist notwendig, mit der Umwelt und auch mit den Tieren sehr sorgsam umzugehen. Das möchte ich auch meinen Kindern nahebringen.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Ich möchte, daß es so weitergeht wie bisher. Ich möchte noch verschiedene Schwerpunkte besser kennenlernen, Fortbildungen machen, vielleicht noch verschiedene Methoden ausprobieren und vermehrt mit Gruppen arbeiten. Aber ich denke, das ist etwas, was sich entwickelt, ich kann jetzt noch nicht sagen, welche Themen mich in fünf Jahren interessieren. Ich möchte so selbständig arbeiten können, wie ich es immer tue.
Ihr Lebensmotto?
Das, was man verändern kann, soll man verändern, das, was man nicht verändern kann, soll man so annehmen wie es ist, und beides voneinander unterscheiden.