Zum Erfolg von Johann Franz Hametner
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Mir persönlich bedeutet Erfolg sehr viel. Erfolg stärkt das Selbstvertrauen und motiviert. Meiner Meinung nach kann auch ein Lehrling erfolgreich sein, nicht nur ein Direktor. Vom Lehrling bis zum Direktor braucht jeder Erfolg, unabhängig von seiner Position.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ja, aber nicht nur ich bin erfolgreich, sondern auch meine Mitarbeiter. In einer Firma kann man nicht allein erfolgreich sein, sondern alles muß stimmen. Auch die Mitarbeiter müssen am Erfolg teilhaben.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Ausschlaggebend für meinen Erfolg ist meine Erfahrung, die ich aufgrund meiner langjährigen Tätigkeit in dieser Branche besitze und die Freude an meiner Arbeit. Ich kann gut mit Mitarbeitern umgehen und genoß in der Branche schon einen guten Ruf. Jeder kleine Erfolg freut mich und motiviert mich wieder, einen Schritt weiterzugehen.
Wie begegnen Sie Herausforderungen des beruflichen Alltags?
Ich nehme die Herausforderungen an und versuche, sie auf dem direkten Weg zu lösen. Irgendwann muß man Herausforderungen ohnehin annehmen und lösen. Je früher dies geschieht, desto besser, deshalb widme ich mich Problemen immer sofort.
Ab wann empfanden Sie sich als erfolgreich?
Es gab Jahre, die von meinem Standpunkt aus sehr erfolgreich waren, und es gab Jahre, die schwieriger waren, weil ich immer auf der gleichen Stelle zu stehen glaubte. Im Oktober des vorigen Jahres wurde mir klar, daß es in die richtige Richtung geht, da uns der Erfolg recht gibt.
In welcher Situation haben Sie erfolgreich entschieden?
Die wohl entscheidendste Situation war, als ich mich entschied, diese Filiale zu übernehmen. Es war eine große Herausforderung für mich und es kamen auch einige Dinge dazu, die für mich eher neu waren, aber ich glaube, auf dem richtigen Weg zu sein.
Ist Originalität oder Imitation besser um erfolgreich zu sein?
Ich glaube, es ist wichtig, eine richtige Mischung zu finden. Eigene Ideen sind sicher gut, aber gewisse Sachen sollte man von anderen Firmen übernehmen, die schon mehr Erfahrung mit solchen Situationen haben.
Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat?
Ich erarbeitete mir eigentlich immer alles selbst. Nachdem ich eine Abteilung kennengelernt hatte, wollte ich wieder etwas Neues machen.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
Seit ich die Filiale leite, erhalte ich Lob und Anerkennung von meinen Vorgesetzten in Österreich und Deutschland. Meine früheren Chefs setzten die Leistung als selbstverständlich voraus und schenkten mir dafür keine Anerkennung. Diese fehlte mir, denn es motiviert, wenn der Chef besondere Leistungen hervorhebt.
Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst?
Ein großes Problem ist, daß Großhändler untereinander selten einig sind und es immer wieder Preiskämpfe gibt.
Wie werden Sie von Ihrem Umfeld gesehen?
Wie mich meine Mitarbeiter sehen, kann ich noch nicht sagen, da ich erst seit kurzem diese Filiale leite. Von unseren Kunden werde ich sehr positiv gesehen.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Meine Mitarbeiter sind für meinen Erfolg sehr wichtig.
Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus?
Das letzte Wort in der Wahl der Mitarbeiter hat die österreichische Geschäftsleitung, aber ich habe die Möglichkeit, Vorschläge zu machen. Ich gehe bei der Auswahl nach einem gewissen Gefühl vor, wichtig sind für mich Branchenkenntnis, Erfahrung und Wissen über das Installationsmaterial. An meinen Mitarbeitern schätze ich, daß ich mich zu hundert Prozent auf sie verlassen kann, sie ihre Arbeit gewissenhaft erledigen, der Firma gegenüber loyal sind und ein gutes Klima fördern.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Es ist unmöglich, einen Mitarbeiter zu motivieren, der am Morgen nicht mit Freude in die Arbeit geht. Ich spüre, daß jeder meiner Mitarbeiter Freude an der Arbeit hat und damit ist eigentlich schon eine sehr starke Motivation gegeben. Ich setze Ziele, deren Erreichen wir anschließend zusammen feiern. Wir pflegen auch privaten Kontakt und im Betrieb herrscht eine lockere Atmosphäre. Wir sind ein kleiner Betrieb, den ich als eine Art Familie sehe. Ich muß mich auf die Mitarbeiter verlassen können und meine Mitarbeiter müssen sich auf mich verlassen können.
Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens?
Unsere große Stärke ist Flexibilität. Wir sind in der Lage, schnell auf Kundenwünsche zu reagieren und kurzfristig Kundenprobleme zu lösen. Ein großer Vorteil ist, daß wir keine Vorgaben haben, sondern selbst entscheiden können, was wir unseren Kunden verkaufen, denn es ist wichtig, am Markt schnell zu reagieren. Wie verhalten Sie sich der Konkurrenz gegenüber? Der Konkurrenz gegenüber verhalte ich mich fair und offen.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
In meiner jetzigen Situation ist es sicherlich ein Problem, weil Beruf und Privatleben oft ineinander fließen. Generell ist mir jedoch wichtig, das Wochenende für mein Privatleben zu reservieren.
Wieviel Zeit verwenden Sie für Ihre Fortbildung?
Ich verwende durchschnittlich ein Monat pro Jahr für Fortbildungsmaßnahmen. Ich besuchte in den letzten Jahren einige Kurse, weil es notwendig ist, immer wieder neue Informationen zu bekommen.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Es ist sicher wichtig, etwas zu lernen, aber genauso wichtig ist die Praxis. Eine richtige Mischung aus Lernen und Praxis wäre optimal. Fehlende Praxis ist nicht zu ersetzen.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Mein erstes großes Ziel ist es, diese Filiale erfolgreich zu leiten und zu vergrößern. Ich setze mir nicht zu hohe oder zu viele Ziele, sondern ein oder zwei im Monat, die ich erreichen kann.