Zum Erfolg von Michael Gura
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg bedeutet für mich die Verwirklichung ganz bestimmter Träume. Das wichtigste ist, Spaß an seinem Beruf zu haben und unbeschwert leben zu können.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
In gewissem Sinne sehe ich mich jetzt schon als erfolgreich. Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg? Ich hielt durch und gab nicht auf, auch als ich ganz unten war. Es ist immer möglich, wieder ganz hinauf zu kommen.
In welcher Situation haben Sie erfolgreich entschieden?
Ich hoffe, mein ganzes Leben lang erfolgreich entschieden zu haben und halte es für wichtig, die Gesamtheit der Entscheidungen zu sehen. Wenn ich zu 70 Prozent richtige Entscheidungen traf und zu 30 Prozent Fehlentscheidungen, ist das immer noch ein gutes Ergebnis. Es hängt immer davon ab, was man will. Hätte ich mehrfacher Millionär werden wollen, waren meine bisherigen Entscheidungen sicher falsch, aber um meine persönlichen Ziele zu erreichen, waren meine Entscheidungen richtig.Ist Originalität oder Imitation besser um erfolgreich zu sein? Originalität ist besser, denn wer imitiert, ist in der heutigen Gesellschaft immer der zweite und kann nicht nach ganz oben gelangen. Es ist notwendig, kreativ zu sein und immer wieder neue Ideen zu haben.Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat? Nein, ich bin ein absoluter Einzelgänger. Ich vertrug keine Vorgesetzten über mir, denn ich stelle alles in Frage und verfolgte immer meine eigenen Ideen, wobei ich sagen muß, daß ich andere Meinungen nicht abwerte, sondern jeden meiner Mitarbeiter dazu ermutige, sich einzubringen.
Wie werden Sie von Ihrem Umfeld gesehen?
Im Firmenumfeld werde ich sicher als korrekter Geschäftsmann gesehen. Privat wird fast nicht honoriert, was ich geleistet habe. Um wirklich zu wissen, was es bedeutet, jeden Tag in einer Firma für alles verantwortlich zu sein, muß man es selbst gemacht haben.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Die Mitarbeiter sind sehr wichtig und sollen meine Philosophie wie bei einem Franchiseunternehmen mittragen. Es ist jedoch schwierig, gute Mitarbeiter zu finden, die auf diesem Level arbeiten und so haben wir oft mehr Aufträge, als wir bearbeiten können.Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus? Ich setze Pünktlichkeit, Genauigkeit und Freundlichkeit voraus. Wir haben eine sehr lange Probezeit und führen viele Mitarbeitergespräche, um zu prüfen, ob jemand in das Unternehmen paßt oder nicht. Wichtig sind mir gepflegtes Aussehen, eine gewisse Wortgewandtheit und die Fähigkeit, auf Kunden einzugehen.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Wir haben ein sehr gutes Betriebsklima. Ich honoriere Leistungen, die kontinuierlich über längere Zeit erbracht werden, auch finanziell. Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens? Die größte Stärke unseres Unternehmens besteht darin, daß die Kunden alles aus einer Hand bekommen. Sie brauchen nicht den Fliesenleger und den Wasserinstallateur und den Elektriker kommen lassen, denn wir erledigen alles. Der Kunde bekommt das fertige Produkt und hat dabei exakt mit einer Firma und einer Person zu tun. Weitere Stärken sind Pünktlichkeit und Genauigkeit. Auf diesen Stützen ist der Betrieb aufgebaut.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Ich bin sehr flexibel und somit habe ich keine Probleme damit, Beruf und Privatleben zu vereinbaren. Brauche ich mehr Zeit für das Privatleben, dann nehme ich mir die Zeit dafür, brauche ich mehr Zeit für die Firma, nehme ich mir die Zeit. Wieviel Zeit verwenden Sie für Ihre Fortbildung? Fortbildung ist mir sehr wichtig, ich plane sogar, eine Fachhochschule für Mechatronik zu absolvieren. Konkret warte ich nur noch auf das neue Gesetz, das Meisterprüfungen der Matura gleichstellt. Ich brauche die Ausbildung zwar nicht für die Firma, aber es macht mir einfach Spaß, wieder etwas dazuzulernen. Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben? Man soll nie aufgeben und den Kopf hängen lassen, sondern wirklich versuchen, die eigenen Träume und Wünsche in die Realität umzusetzen. Auch sollte sich die junge Generation wieder mehr auf die alten Werte besinnen. Die „alte Schule“ ist ganz wichtig, um im Leben weiterzukommen. Ich glaube, wir werden nie einen Bundespräsidenten mit Piercing oder Tatoo haben, und Menschen, die sich nicht zu benehmen wissen und schlecht angezogen sind, werden auch in Zukunft keine Führungspositionen einnehmen.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Meine beruflichen Ziele habe ich eigentlich schon erreicht. Mein Hauptziel ist es, früh in Pension zu gehen, um meinen Lebensabend genießen zu können.