Zum Erfolg von Maria Böhm
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Ich habe Erfolg, wenn meine Gäste mit meinem Angebot zufrieden sind.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ja. Viele Gäste bestätigen mir, schon beim Betreten unseres schönen Lokals zu spüren, daß wir alles mit Liebe machen.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Das ist sicher unser Speisenangebot. Ich koche gern und kreativ, Speisen nach alten Rezepten, die der Gast anderswo nicht finden wird, weil sie kaum noch jemand kennt, zum Beispiel Hammerherrnschnitzel und Sensenschmiedknödel.
Wie begegnen Sie Herausforderungen des beruflichen Alltags?
Wenn mich eine Aufgabe interessiert, nehme ich sie mit vollem Engagement an und überlege mir Verbesserungen.
Ist es für Sie als Frau in der Wirtschaft schwieriger, erfolgreich zu sein?
Nein, überhaupt nicht. Wenn ich meine Arbeit richtig und kreativ erledige, kann ich mir nicht vorstellen, daß ich nicht erfolgreich sein kann.
Ab wann empfanden Sie sich als erfolgreich?
Ich fühlte mich von Anfang an erfolgreich. Mein Mann ist sehr gesellig und hatte großen Anteil am Erfolg unseres Betriebes, weil er den Kontakt mit den Gästen pflegt, während ich mich um die Küche kümmere.
In welcher Situation haben Sie erfolgreich entschieden?
1997 das Nachbarhaus zu kaufen, war eine sehr gute Entscheidung. Mein Leben so zu leben war generell eine gute Entscheidung, ich würde alles wieder so machen.
Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat?
Meine Lehrerin in der Landwirtschaftsschule, Frau Essl, war mir ein Vorbild, weil sie uns Schüler auch privat zu sich nach Hause eingeladen und für uns gekocht hat. Sie schaffte es, sich neben ihrem Lehrberuf um ihre Landwirtschaft und ihre Kinder zu kümmern. Von ihr habe ich sehr viel gelernt.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
Für meine Familie ist mein Einsatz selbstverständlich. Alle anderen Leute verstehen kaum, wie man das alles lachend bewältigen kann.
Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst?
Die Gemeinschaft mit Berufskollegen funktioniert nicht, da gibt es schon Spannungen, was uns sehr leid tut.
Wie werden Sie von Ihrem Umfeld gesehen?
Sicher sieht mich mein Umfeld als offene, fleißige Frau, die Heurigenbetrieb, Landwirtschaft und die Betreuung von vier Kindern vereinbaren kann.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Wir sind eine große Familie, essen gemeinsam am großen Tisch. Ein sehr familiäres Verhältnis ist mir ganz wichtig, sie nehmen auch ihre Kinder mit zur Arbeit und wickeln gegebenenfalls auch meine.
Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens?
Unser gemütliches Lokal, unsere Küche, unsere sortenreine Weine und unsere freundliche Bedienung sind unsere großen Stärken.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Ich kann die beiden Bereiche nicht trennen, weil sie für mich ineinanderfließen.
Wieviel Zeit verwenden Sie für Ihre Fortbildung?
Ich besuchte vor der Geburt meiner Zwillinge Kurse an der Landwirtschaftsschule in Warth bei Scheiblingkirchen - in den Bereichen Kochen, Selbstvermarktung, Likörherstellung, etc.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Ein geordnetes Familienleben und eine gute heimische Atmosphäre helfen der Jugend sehr. Mindestens einmal am Tag essen wir alle gemeinsam an einem Tisch. Man muß Kinder selbständig erziehen, aber sie doch ein wenig lenken.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Ich möchte weiterhin erfolgreich arbeiten und schön langsam an die Übergabe des Betriebes denken, die in den nächsten zehn bis zwölf Jahren stattfinden sollte.