Zum Erfolg von Karl Koriska
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Persönlicher Erfolg ist für mich dann gegeben, wenn ich ein Ziel erreichen konnte, das ich mir gesteckt habe. Meine Ziele sind unterschiedlicher Natur und erstrecken sich vom rein medizinischen Bereich über das standespolitische Leben.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ich habe bis dato alle Ziele erreicht, die ich mir gesteckt habe, und daher kann ich mich heute im Sinne meiner Definition sowohl beruflich als auch privat als erfolgreich bezeichnen.Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg? Ich habe immer versucht mir meine Ziele so zu stecken, daß sie realistisch genug waren, um sie erreichen zu können – und anspruchsvoll genug, um mich zu befriedigen. Ich wollte als Jugendlicher die mittlere Reife erreichen, also mußte ich täglich von Niederösterreich nach Wien pendeln und mir, da meine Eltern nicht sehr begütert waren, die Mittelschule durch Stipendien finanzieren. Aus diesen Gründen war es für mich aber auch klar, daß ich dementsprechenden Lerneifer an den Tag legen mußte, um mein Ziel, die Matura, zu erreichen. Am Ende der achten Klasse dachte ich zunächst daran, Lehrer für Physik und Mathematik (meine Lieblingsfächer) zu werden, als ich dann aber meinen Präsenzdienst ableistete und auf eigenen Wunsch im Sanitätsdienst eingesetzt wurde, reifte der Entschluß, Medizin zu studieren und Arzt zu werden. Im Studium selbst war ich wieder sehr erfolgreich, weil ich ein Stipendium erhielt und allein schon deshalb gezwungen war, zügig meine Prüfungen abzulegen. Als eine meiner Stärken betrachte ich meine Einstellung, mir keine allzu intensiven Gedanken über die ferne Zukunft und mögliche Änderungen zu machen, sondern auf Probleme erst dann detailliert einzugehen, wenn sie auf mich zukommen und tatsächlich real werden. Mit dieser Strategie, das zeigt meine 25-jährige Erfahrung, lag ich richtig, weil ich mich nicht schon im Vorfeld mit dem Entwurf unnötiger Detaillösungen für mögliche Problematiken, Investitionen oder Veränderungen auseinandersetzte, womit ich meine Zeit und Energie verschwendet hätte.
Wie begegnen Sie Herausforderungen des beruflichen Alltags?
Wenn es zu unvorhergesehenen Herausforderungen kommt, nehme ich sie an und analysiere die Situation, um herauszufinden, was sofort zu tun ist, um später keine Nachteile zu haben. Für Entscheidungen lasse ich mir grundsätzlich Zeit, da ich ein Problem in Ruhe überdenken möchte, ehe ich zu einem Entschluß komme. Entscheidungen sollen nicht emotional geprägt sein, daher gehe ich auf die akute Seite eines Problems sofort ein, überdenke aber grundsätzlich die anderen Faktoren sehr gründlich.Ist Originalität oder Imitation besser, um erfolgreich zu sein? Ich stütze mich auf meinem Weg auf meine Erfahrung und wähle meine Ziele immer so, daß sie nach höchster Wahrscheinlichkeit Erfolg zulassen. Dabei lehne ich mich nicht an theoretische Studien oder Leitfiguren an. Meine Entscheidungsfindungen haben sich im Laufe meines Lebens natürlich geändert, dennoch bleibe ich immer meinem Original treu und versuche niemals zu imitieren oder nachzuschauen, wie jemand anderer in einer ähnlichen Situation reagiert hat. Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat? Es gibt für mich zwei Vorbilder, die mich in beruflicher Hinsicht prägten. In meiner Jugendzeit war es mein Onkel, später mein Lehrer Prof. Dr. F. Kubicek, bei dem ich meine Facharztausbildung absolvierte. Er war für mich eine echte Leitfigur und beeinflußte mich in der Entwicklung vieler Verhaltensmuster, wiewohl ich heute meinen eigenen Weg gehe.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Mitarbeiter spielen für mich eine tragende Rolle, daher pflege ich regelmäßige Teambesprechungen durchzuführen, um Feedback zu erhalten. Es ist mir bewußt, daß Entscheidungen, die ich als Vorstand der Abteilung für Nuklearmedizin treffe, nur dann zum Erfolg führen, wenn sie vom gesamten Team mitgetragen werden.Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus? Neben fachlicher Qualifikation spielt für mich die Teamfähigkeit eine wesentliche Rolle. Jemand, der fachlich exzellent qualifiziert ist, jedoch schon im Vorfeld mangelnde Teamfähigkeit erkennen läßt, ist nicht zur Zusammenarbeit mit meinem Team geeignet, weil langfristig nur Probleme entstehen würden.Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens? Nuklearmedizin beschäftigt sich mit der Anwendung von Isotopen zur Untersuchung bzw. um Stoffwechselvorgänge mit speziellen Geräten sichtbar zu machen. Einer der wesentlichsten Bereiche ist dabei die Diagnose und Behandlung von Schilddrüsenerkrankungen, der in den letzten 50 Jahren eine stete Weiterentwicklung erfahren hat. Ich beschäftige mich damit sowohl in meiner Privatordination als auch am Institut zu rund 80 Prozent mit diesem Bereich, der Rest entfällt auf Standarduntersuchungen im nuklearmedizinischen Bereich. Der zweite Schwerpunkt in meiner Privatordination liegt im Bereich Herz- Kreislauferkrankungen.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Erfolg ist mir beruflich und privat gleichermaßen wichtig. Natürlich gab es in meinem Leben Phasen, in denen der private Bereich unter meinem beruflichen Engagement litt, aber ich konnte auch aus diesen Erfahrungen lernen und daher Strategien entwickeln, um Beruf und Privatleben besser in Einklang zu bringen. Ich führe einen sehr intensiven Dialog mit meiner Familie, um sie über meine beruflichen Ziele zu informieren. Seit ich dies umsetze, bin ich insgesamt ausgeglichener und leide weniger unter Streß.