Zum Erfolg von Susanne Lettner
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Erfolg heißt für mich, etwas zu schaffen, das man mit seinen Sinnen erfassen kann, sichtbare Früchte der eigenen Arbeit. Ein Zeichen des Erfolges ist dabei auch die Anerkennung von außen, von Vorgesetzten und natürlich auch in Form eines entsprechenden Gehalts. Selbstverständlich gehört zum Erfolg auch ein harmonisches Privat- und Familienleben.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ja, ich bin erfolgreich.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
In erster Linie meine Zielstrebigkeit. Ich fand eher zufällig durch eine Freundin zu meinem Studium, doch erkannte ich sehr bald, daß es mir wirklich entsprach, und so konnte ich mich mit zunehmender Begeisterung in dieses Fach einarbeiten.
Ist es für Sie als Frau in der Wirtschaft schwieriger, erfolgreich zu sein?
Ich habe bis jetzt noch keinerlei Nachteil als Frau erfahren. Vielleicht war es sogar ein Vorteil, eine Frau zu sein, als ich mich um diesen Posten bewarb, da die Stadt Wien auch darauf achtet, daß Frauen gefördert werden. Unter sieben Bewerbern waren zwei Frauen, und ich denke, daß dies vielleicht auch eine positive Rolle spielte.
Ab wann empfanden Sie sich als erfolgreich?
Eigentlich immer schon. Ich konnte schon früh Verantwortung tragen und hatte stets das Gefühl, gut mit anderen zusammenarbeiten zu können. Ich habe das richtige Studium gewählt, ich habe einen Beruf, der mir Freude macht, und ich bin glücklich verheiratet, sodaß ich eigentlich in jeder Situation meines Lebens erfolgreich war.
In welcher Situation haben Sie erfolgreich entschieden?
Sicher war der Wechsel in meiner Karriere eine richtige Entscheidung, denn es ist wichtig, daß man zuweilen auch Risiken eingehen kann. Ich kenne Gott sei Dank keine Angst und versuche, immer das Positive zu sehen.
Welche Anerkennung haben Sie erfahren?
Anerkennung ist für mich auch, neue Aufgaben übertragen zu bekommen. In der MA 28 war ich Projektkoordinatorin für die Vorbereitung der Flughafenschnellbahn 1999-2000. 2003 wurde ich dann mit der Koordinierung der Infrastruktur für den Verkehrsbereich bei der Fußball-Europameisterschaft betraut. Im Oktober 2006 wurden die Wiener Ampelanlagen in unseren Aufgabenbereich übertragen, all diese Aufgaben sind ein Zeichen des Vertrauens in meine bisherige Arbeit.
Welches Problem scheint Ihnen in Ihrer Branche als ungelöst?
Wir arbeiten mit privaten Firmen zusammen, und oft ist es schwierig, die erforderliche Qualität und vor allem auch den notwendigen Zeitrahmen einzuhalten. Allerdings liegt ein Teil der Verantwortung auch in unserem Bereich: wir müssen darauf achten, die Ausschreibungen rechtzeitig zu veröffentlichen. Eine weitere Herausforderung besteht auch darin, daß etwa 95 Prozent unserer Agenden über 23 Bezirksbudgets abgewickelt werden. Man kann sich vorstellen, daß es da nicht immer leicht ist, Projekte durchzusetzen.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Natürlich eine sehr wichtige. Wenn man von Mitarbeitern nicht unterstützt wird, kann man nicht viel erreichen.
Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus?
Zunächst suchen wir intern, dann per Annonce, und nach der schriftlichen Bewerbung werden einige Kandidaten zu einem Gespräch eingeladen, bevor wir mit Hilfe eines Unternehmensberaters die endgültige Entscheidung treffen. Dabei spielt die fachliche Qualifikation natürlich auch eine Rolle.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Wir versuchen unsere Mitarbeiter einerseits durch die Tätigkeit selbst bzw. die Gestaltungsmöglichkeiten und andererseits durch Schulungen und eine sehr offene, persönliche Beziehung untereinander zu motivieren. Welche sind die Stärken der Abteilung? Als Beispiel kann ich darauf hinweisen, daß es uns gelingt, 90 Prozent der Leuchtmittelausfälle innerhalb von 24 Stunden zu beheben. Das heißt, daß wir sehr effizient, rasch, verläßlich und flächendeckend arbeiten können. Auch im internationalen Vergleich schneidet die Stadt Wien stets hervorragend ab. Wie verhalten Sie sich der Konkurrenz gegenüber? Es gibt indirekt eine Konkurrenz, denn wir müssen stets nachweisen, daß wir nicht teurer sind als vergleichbare Städte.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Mit Hilfe eines sehr toleranten Mannes und eines gewissen Organisationstalentes gelingt mir das sehr gut.
Wieviel Zeit verwenden Sie für Ihre Fortbildung?
Ich konnte ein Weiterbildungsangebot der Stadt Wien für Führungskräftenachwuchs in Anspruch nehmen und absolviere derzeit eine MBA-Ausbildung International Executive for Public Management, die ich im April 2008 abschließen werde.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Mein Ziel ist es, Mensch zu bleiben und mich nicht meinem Beruf völlig auszuliefern.
Ihr Lebensmotto?
Von nichts kommt nichts.