Zum Erfolg von Sonja Wimmer
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Wenn ich Ziele, die ich mir stecke, auch erreiche, bin ich zufrieden und ausgeglichen - das bedeutet mir wahnsinnig viel.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ja, ich wollte in der Hotellerie Karriere machen, und das ist mir auch gelungen.
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Es war äußerst wichtig für mich, schon während des Studiums praktische Erfahrungen in Hotels zu sammeln - nur wer alle Stationen im Hotel und die Aufgaben seiner Mitarbeiter genau kennt, wird sich in einer Führungsposition behaupten können. Unsere Mitarbeiter sind zufrieden und gut ausgelastet, aber nicht überfordert. Ein gutes Team trägt sehr viel zum Erfolg bei. Privat betreibe ich Ausdauersport, laufe Marathon und nehme an Triathlons teil - vieles aus dem Sport kommt mir auch im Beruf zugute, etwa wenn es um Disziplin, Ausdauer, Planung und Organisation geht.
Ist es für Sie als Frau in der Wirtschaft schwieriger, erfolgreich zu sein?
Speziell als junge Frau mit Anfang zwanzig erntet man schon hin und wieder skeptische Blicke, weil einem nicht die entsprechende Kompetenz zugetraut wird. Legt man aber eine gewisse Professionalität an den Tag, gibt sich das relativ rasch, und man ist bald ein „gleichwertiger“ Geschäftspartner.
Ist Originalität oder Imitation besser, um erfolgreich zu sein?
Ich glaube, daß man in seinem Leben viel imitiert, das Originelle macht dann die eigene Persönlichkeit aus. Man kann sich von erfolgreichen Menschen schon abschauen, wie sie Entscheidungen treffen, was daraus wird, und seine Schlüsse daraus ziehen. Das ging mir auf meinem steilen Karriereweg ein wenig ab.
Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat?
Mein Chef bei Do & Co, Herr Dobersberger, hat mich sehr geprägt. Er war erfolgreich, souverän und auch menschlich ein Vorbild für mich.
Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei Ihrem Erfolg?
Ohne Mitarbeiter kein Erfolg! Die Zufriedenheit der Mitarbeiter sehe ich als eine meiner Hauptaufgaben.
Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus?
Ich achte auf den Lebenslauf, aus dem eine klare Linie ohne allzu lange Leerzeiten dazwischen ersichtlich sein sollte. Sind die fachlichen Anforderungen erfüllt, entscheidet letztlich die zwischenmenschliche Chemie und Sympathie.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Ich versuche ständig mit den Mitarbeitern zu kommunizieren und für persönliche Anliegen ein offenes Ohr zu haben. Hat ein Mitarbeiter irgendwelche Probleme, helfe ich, so gut ich kann - das mache ich gerne. Außerdem schätze ich, was sie an Erfahrung und Persönlichkeit in den Betrieb einbringen.
Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens?
Das Hotel Harmonie verfügt über 68 Zimmer mit 125 Betten und bietet seinen Gästen eine sehr familiäre Atmosphäre in diesem wunderschönen, großzügigen Altbau. Obwohl wir zur amerikanischen Best-Western-Gruppe gehören, ist unser Betrieb nicht standardisiert und unpersönlich, sondern bemüht sich um Individualität und persönlichen Kontakt zu den Gästen. Die zentrale, aber dennoch ruhige Lage und unsere freundlichen, kompetenten Mitarbeiter sind weitere Stärken des Hauses. Wie verhalten Sie sich der Konkurrenz gegenüber? Es ist wichtig, die Mitbewerber und deren Aktivitäten genau im Auge zu behalten.
Wie vereinbaren Sie Beruf und Privatleben?
Für mich ist die Arbeit keine Belastung, ich liebe meinen Job und bin im Hotel eigentlich zu Hause. Ich erledige auch am Wochenende zwischendurch ein paar kleine Aufgaben, das ist für mich ganz normal. Ich ziehe keine Grenze zwischen Beruf und Privatleben, das finde ich völlig in Ordnung so.
Wieviel Zeit verwenden Sie für Ihre Fortbildung?
Ich habe keinen Stellvertreter im Hotel, daher bleibt für Weiterbildung momentan kaum Zeit. Aber das ist ein Punkt, den ich bald ändern möchte, weil ich regelmäßige Fortbildung für sehr wichtig erachte.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Wer wie ich eine Karriere in der Hotellerie anstrebt, sollte unbedingt schon während der Ausbildung praktische Erfahrungen sammeln und in verschiedenen Bereichen eines Hotels arbeiten - speziell die Arbeit an der Rezeption ist das Um und Auf. Ein Studium, das ich durchaus empfehle, kann die Praxis niemals ersetzen.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Die letzten Jahre waren etwas turbulent, aber jetzt läuft der Betrieb nach meinen Vorstellungen, und ich habe meine wichtigsten Ziele erreicht. Daher bin ich derzeit in einer kleinen Ruhephase, in der ich nicht nur den erreichten Erfolg genieße, sondern auch etwas durchatme und neue Ziele für mich formuliere.