Zum Erfolg von Rainer Pflügler
Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Beruflicher Erfolg ist die Summe aus Zufriedenheit und Leidenschaft, welche aus dem täglichen Tun kommt. Wenn man seinen Job mit Leidenschaft ausübt, kann man nur erfolgreich sein. Auch der monetäre Teil spielt dabei eine wesentliche Rolle, denn wenn das Einkommen nicht passt, nutzt sich die Leidenschaft und Begeisterung für den Job sehr schnell ab.
Sehen Sie sich als erfolgreich?
Hinsichtlich meiner bisherigen beruflichen Karriere, sehe ich mich durchaus als erfolgreich; jedoch habe ich die Zufriedenheit noch nicht wirklich erreicht. Ich bin sehr selbstkritisch und selten zufrieden, sowohl mit meinen sportlichen Leistungen als auch mit meinen beruflichen Leistungen. Je öfter ich mich in Frage stelle, desto größer wird mein innerer Antrieb und die Unzufriedenheit tritt in den Hintergrund und die Leidenschaft bekommt wieder Oberwasser!
Was war ausschlaggebend für Ihren Erfolg?
Ich bin der Überzeugung, dass man mit sich selbst im „Reinen" sein muss. Wenn der Kopf nicht frei ist, dann wird es nicht möglich sein, seine Fähigkeit im beruflichen Alltag erstklassig einzubringen. Es wird immer wieder vorkommen, dass die sogenannte "Reinheit" des Kopfes" beeinträchtigt wird; so zum Beispiel, wenn innerhalb kürzester Zeit, Mitarbeiter einen mit Problemen zuschütten, oder Kundenreklamationen nicht enden wollen; trotzdem sehe ich die Haupteigenschaft einer Führungskraft darin, den Überblick nicht zu verlieren und mit Systematik an die täglichen Herausforderungen heranzugehen. Am Ende des Tages sollte man abschalten können und auch akzeptieren, wenn dieses oder jenes Problem erst in den nächsten Tagen einer Lösung zugeführt werden kann. Damit muss man leben können. Viele Führungskräfte können dies nicht und dies führt zum persönlichen Untergang und auch zum Untergang des Unternehmens. Meine erste CEO-Funktion praktizierte ich im Alter von 25 Jahren. Neben der beruflichen Aufgabenstellung, baute ich ein Einfamilienhaus und gründete meine Familie. Bei dieser Konstellation war es nicht einfach, den Alltag zu bewältigen und bin sehr oft an die persönlichen Grenzen gestoßen. Gleichzeitig habe ich seinerzeit bei der Porsche Holding die höchste Aus- und Weiterbildungsseminare absolvieren dürfen. Dabei lernte ich u.a. soziale Verhaltens¬nor¬men, wie man Mitmenschen begegnet und wie man so manche Konfrontation zu einem positiven Ende bringen kann.
Wie begegnen Sie Herausforderungen des beruflichen Alltags?
Wenn man belastbar ist, kann man mit unvorhergesehenen Situationen sehr gut umgehen und sie auch verarbeiten. Mangelnde Strukturiertheit kann einer Führungskraft „Kopf und Kragen" kosten. Man darf nicht vergessen, wie hoch die Suizidrate bei Managern ist. Ein kurzes Telefongespräch kann einen Vulkan auslösen und führt zum leidigen Ende. Beim täglichen Aufstehen, sollte man keine „alten" Probleme im Fokus haben; dies ist aber nur dann möglich, wenn man die Herausforderungen nicht vor sich herschiebt. Ich verlasse erst am Abend mein Büro, wenn ich das letzte Mail beantwortet habe.
Gibt es jemanden, der Ihren beruflichen Lebensweg besonders geprägt hat?
Es gab einen Mentor, ein ehemaliger Porsche Manager welcher mich in jungen Jahren durch Einstellung und Arbeitsstil sehr beeindruckte. Jeder erfolgreiche Mensch benötigt einen Förderer, denn selten wird man alleine erfolgreich. Oft steht ein Team oder der Lebenspartner hinter einer Persönlichkeit, die als erfolgreich bezeichnet wird. Ein Vorbild kann auch dazu dienen, dass man sich seiner eigenen Fähigkeiten bewusst wird und seinen eigenen Führungsstil entwickelt.
Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus?
Wenn man die Meinung vertritt, dass der oder die Bewerber/in das Anforderungsprofil erfüllen könnte, stellt sich die Frage, ob die DNA übereinstimmt. Wenn nicht, gilt es zu entscheiden, ob es dennoch zu einer Einstellung kommt, da er oder sie trotzdem dem Unternehmen dienlich sein können, sofern es keine Berührungspunkte zwischen dem/der BewerberIn und mir gibt. Für mich als Führungskraft ist es von Bedeutung, dass ich meiner nächsten Führungskraft vertrauen kann. Dieses Vertrauen muss blind funktionieren.
Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Zurzeit zeichne ich für eine große Anzahl an Mitarbeitern verantwortlich. Dies bedeutet, dass ich mit allen Mitarbeitern, unabhängig ihrer Tätigkeiten und der Hierarchie Aufmerksamkeit entgegenbringen muss. Dies erfordert Empathie, um in sehr kurzer Zeit mit Mitarbeitern/-innen auf seiner/ihrer Ebene kommunizieren zu können. Dies ist die Kunst des richtigen Führungs- und Kommunikationsstiles. Wichtig ist sich vor Augen zu halten, wie man seinen Mitmenschen begegnen sollte. Zur Motivation der Mitarbeiter trägt sicherlich bei, die Wertigkeit des Unternehmens und ihrer eigenen Person zu kennen. Darüber hinaus bringe ich jedem Mitarbeiter hohes Vertrauen entgegen.
Wie verhalten Sie sich dem Mitbewerb gegenüber?
Ich lebe sehr gut mit dem Mitbewerb und bin dem Mitbewerb manchmal dankbar, wenn er aufzeigt, in welche Richtung es zukünftig gehen kann. Manchmal übernehmen wir voneinander taktische Ideen. Unsere Stärke in diesem Markt heißt Flexibilität.
Welche sind die Stärken Ihres Unternehmens?
Unser Unternehmen steht für Qualität. Wir agieren unabhängig und betreuen große Fuhrparks ab 100 Kfz. Wir sind der Spezialist für den Fuhrpark und bieten im Rahmen des Fuhrpark¬manage¬ments eine Komplettlösung an. Tatsache ist, dass wir mit unserem Leistungsportfolio den Großfirmen das komplette Fuhrparkmanagement abnehmen können. Unsere bisherige Erfahrung zeigt, dass unsere Kunden mit unserer Leistung mehr als zufrieden sind.
Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Zur Einleitung möchte ich „Machen und Tun" bewusst in den Vordergrund stellen.
Ebenso sollte man keine Scheu haben, Hand anzulegen, unabhängig welchen Beruf man ausübt. Dazu möchte ich einige Beispiele anführen; wenn es geschneit hat, habe ich seinerzeit den Schnee weggekehrt, neben meiner eigentlichen Tätigkeit. Wenn am Heiligen Abend ein Interessent mich kontaktierte, dass er sich für ein bestimmtes Kraftfahrzeug interessiert, habe ich mir auch am 24. Dezember die Zeit genommen, um ihm dieses bestimmte Fahrzeug vorzustellen. Mit diesen Beispielen möchte ich aufzeigen, dass diese „Mehrleistung" dazu führt, Kunden und auch Vorgesetzten in Erinnerung zu bleiben. Man sollte sich seiner Stärken und Interessen bewusst werden, dann ist der Grundstein für eine erfolgreiche Karriere bereits vorhanden. Selbstverständlich wird dies nur gelingen, wenn Leidenschaft und der Wille vorhanden ist.