Zum Erfolg von Roland Pototschnig
Was verstehen Sie unter Erfolg? Erfolg heißt für mich, klar definierte berufliche und private Ziele zu erreichen. Der Weg zur Erreichung der Ziele muß eindeutig aufgezeigt und die Personen, die dafür notwendig sind, eingebunden werden.Gab es Niederlagen und wie gehen Sie damit um? Mißerfolg ist ein Bestandteil des Erfolges. Wichtig ist nur, daß es mehr Erfolge als Mißerfolge im Laufe einer Karriere gibt. Aus Rückschlägen gezogene Lehren dienen dem Lern- und Reifungsprozeß. Solche Situationen müssen überstanden werden. Ich habe immer wie ein Stehaufmännchen reagiert.
Woher schöpfen Sie Ihre Kraft?
Eine Komponente liegt in mir selbst (mein Ehrgeiz und mein Wille), eine andere kommt von außen (Familie, Kollegen, Freundeskreis).Wie sehen Sie die Bereiche Familie und Beruf? Ich sehe mich als Bigamist, das heißt meine Frau muß mich mit der BP Austria teilen, was sie im Laufe der Zeit eingesehen hat. Ich gebe allerdings zu, daß es - als unsere Söhne klein waren - schwierig war, Firma und Familie gleich zu gewichten. Oft entstand ein Ungleichgewicht zugunsten der Firma und meine Frau mußte die familiären Agenden allein übernehmen.Was war Ihnen wichtiger, Tätigkeit oder Position? Die Tätigkeit. Die Position des Generaldirektors habe ich eigentlich nie angestrebt.Wie werden Sie von Ihrem beruflichen Umfeld gesehen? Darüber kann ich nur Mußmaßungen anstellen. Ich glaube aber, daß mein kooperativer Führungsstil akzeptiert wird und man mich als integrativ und primär der Sache, nicht mir selbst, verpflichtet sieht.Wie sieht Sie Ihr Freundeskreis? Mein Freundeskreis ist relativ klein, auch weil ich nicht viel Zeit für seine Pflege aufwenden kann. Da ich in meiner Jugend eher verschlossen und kurz angebunden war, wundern sich meine Jugendfreunde über meine Karriere. Im Laufe der Zeit habe ich mich jedoch geändert und gelte jetzt als gesellig und kommunikativ.Wie wird in Ihrer Firma motiviert? Während meienr 30-jährigen Tätigkeit in der BP konnte ich feststellen, daß man in diesem Unternehmen trotz aller Regeln viel von sich aus bewegen kann. Das sehe ich einerseits an meiner eigenen Karriere, andererseits an den Möglichkeiten, die den Mitarbeitern geboten werden. Die Freiräume sind größer als z.B. in vergleichbaren amerikanischen Unternehmen, so daß sowohl die Kreativität als auch die Leistungsbereitschaft der BP-Mitarbeiter gefördert wird. Primär gilt das Leistungsprinzip in unserem Haus. Die Ergebnisorientiertheit schlägt sich in Karriere und Position nieder. Jeder Mitarbeiter hat im Rahmen seiner Möglichkeiten die Chance, sich zu entfalten.Woher bekommen Sie Anerkennung? Wenn die innere Einstellung zur ausgeübten Tätigkeit positiv ist und die Tätigkeit als sinnhaft erkannt wird, stellt sich Zufriedenheit und damit Selbstanerkennung ein. Anerkennung von außen bekomme ich durch Feedback der Mitarbeiter und Kollegen, auch die Führungskräfte zähle ich dazu. Meine Visionen und Vorstellungen wurden seitens der Muttergesellschaft voll akzeptiert, das heißt, sie deckten sich mit den Vorstellungen der Konzernleitung.Gab es Vorbilder? Mehrere Personen, die es durch Leistung und persönliche Weiterentwicklung zu etwas gebracht haben.
Sehen Sie sich selbst als erfolgreich?
Ja, ich habe es geschafft, im Unternehmen die höchste Stelle innezuhaben, höher geht es nicht mehr. Ich glaube, daß ich diese Funktion sicherlich durch meine Leistung erreicht habe. Auch mein geändertes Verhalten zählt sicherlich dazu.Ihr Motto? Füttere die Chancen und lasse die Probleme verhungern (Peter F. Drucker).